Vier Folgen
So trifft man in Nachts, wenn Du Angst hast auf eine Menge Wild-Gläubiger. „Doch kann der Frömmste“ bekanntlich wenig Ruhe finden, wenn die Nerven beim dirigierten Kontakt mit dem Jenseits blank liegen. Und auch die Bewohner von Bantling Hall werden in der Episode Erben oder Sterben viel Unbill ertragen müssen, bevor sie peu à peu nach dem Erben langsam wegsterben. Während man sich um das gute Erbstück, das Rennpferd Bantling Boy, sorgt, muss Barnaby auch noch Tochter Cully aufmuntern.
Die Melodie des Todes bietet eine weitere Variante der Erberei. Vor zwanzig Jahren komponierte Joan Alder die berühmte Midsomer Rhapsody. Nach einem stürmischen Leben verstarb sie und hinterließ ein Vermögen. Doch hat sie das kostbare Stück Musik tatsächlich allein komponiert? Da hilft auch keine unvermittelte Köpfung mehr, da nickt der Zuschauer bei all der Noten-Fälscherei ganz leicht weg. Doch wie gesagt – kaum taucht Detective Jones auf und löst mit Barnaby den Fluch über Winyard, erwacht auch der von der vorangegangenen Rhapsody noch eingelullte Zuschauer aus seinem Fauteuil zu neuem Leben. Das Spukhaus Winyard hat eine gar fürchterliche Geschichte. Und selbst heute noch wird dort rabiat garrottiert. Beunruhigend, dass sich Barnabys Frau Joyce ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt einer Gruppe anschließt, die sich dem Midsomer-Denkmalschutz, also alten Gemäuern, verschrieben hat.
Wohl soll’s euch gehen und freudig ums Herz - Nach diesem Motto könnten die vier Folgen zusammensortiert worden sein. Wenig geistreich, für die Serie fast tabuscheu scheinen die Drehbücher wie mit zahmem Griffel heruntergeschrieben. Das pittoreske Ambiente, der gewohnte Augenschmaus im friedlichen Bilderrhythmus, die immer geschmackvoll inszenierten Gruselmorde sowie die superben Schauspieler lassen den langatmigeren Aufenthalt im brutalen County dennoch nicht gänzlich bereuen. Vor dem nächsten Besuch wünscht man sich jedoch Autoren, die sich wieder ganz fies auf die verderbt humorigen Wurzeln von Midsomer besinnen.