Heiraten
Ordentlich gefeiert wird dann wieder in Erst morden, dann heiraten. Vor allem die Damen haben ihren Spaß und zelebrieren euphorisch die Demütigung des starken Geschlechts. Dass das nicht jedem gefällt, versteht sich von selbst, aber liegt das Motiv des Mörders tatsächlich in verletztem Stolz? Barnaby ermittelt mithilfe von erstaunlichem Hightech zwischen schwer beirrbaren Ladys und einer gestressten Männerschar, die die lang verlorene Ehre wiedererhaschen will.
Midsomer County lässt es in der 7. Staffel krachen, und der Inspector Barnaby-Fan kann sich reizend amüsieren. Die Fälle der vier Folgen sind – wie immer – unbelastet von jedweder Spannung, aber clever verschachtelt. Und zuweilen beschleicht einen gar die Ahnung, Barnaby könnte einer der erfolgreichsten Statisten im TV-Krimi-Kosmos sein. Er löst zwar souverän mit stoisch amüsierter Miene auch den kompliziertesten Fall im Selbstlauf, die Serie jedoch lebt – trotz aller Beliebtheit des Chefs – vornehmlich von ihren abgedrehten Skripts, den skurrilen Figuren, den allesamt famos aufspielenden Darstellern (die Crème de la Crème der englischen Schauspieler-Riege drückt sich die Klinke in die Hand) sowie von dem einmaligen Look der County-Location. Zudem ist der kesse Detective Jones ein wahrer Glücksgriff für die Serie. Nicht nur, dass sich Jason Hughes souverän an Barnabys (John Nettles) Mimik angeschlossen hat, er setzt auch keck ganz eigene Akzente, wagt es gar, den Chef zu loben oder frech zu necken. Dem scheint so viel Schneid zu gefallen, was sich in immer kurzweiligeren, immer zynischeren Dialogen widerspiegelt.
Alles ist also tadellos im County. Und die verruchten Sünder werden auch künftig ohne Scheu ihren mörderischen Vergnügungen und irdischen Zerstreuungen nachgehen. Der Fan darf sich auf weitere kurios verderbte Abstecher ins heimelige Idyll freuen. Spannung muss er nicht befürchten, nette Unterhaltung ist garantiert. Und am Ende jeder Folge ist alles wieder gut und nichts sollte die friedliche Bettruhe beeinträchtigen. Gute Nacht.