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Freitag, 25. Mai 2012 | 08:22

 

Robert Redford wird 70

18.08.2007

Kampf gegen alte Klischees

Zum 70. Geburtstag von Oscar-Preisträger Robert Redford am 18. August

 

Gemeinsam spielten sie 1976 in "Die Unbestechlichen" die Hauptrollen - Robert Redford und der 10 Tage ältere Dustin Hoffman. Zwei Hollywood-Stars, deren Image kaum unterschiedlicher sein könnte: Hoffman, der Perfektionist für die schwierigen Charakterrollen, und Robert Redford der geborene Herzensbrecher, dem die Damenwelt (noch heute) förmlich zu Füßen liegt.Gegen das zu Unrecht in der Öffentlichkeit lancierte Klischee von "Everybodys Darling" hat Robert Redford mit zunehmendem Alter vehement angekämpft, sich von der Kommerzmaschine Hollywood distanziert und auf seine Farm in den Bergen von Utah zurückgezogen. Dort frönt er an der Seite seiner neuen Lebensgefährtin, der 18 Jahre jüngeren deutschen Malerin Sybille Szaggars, seinen Hobbys: Reiten, Wandern und Skifahren.

"Ich habe nichts gegen Filme, die einfach nur unterhalten wollen, aber wenn eine Geschichte nicht eine bestimmte emotionale Tiefe besitzt, dann bin ich nicht daran interessiert, daraus einen Film zu drehen", sagte Redford vor zwei Jahren in einem Interview. Ein Sinneswandel, den sich der vor fünf Jahren mit dem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnete Star erlauben kann.Robert Redford, der am 18. August 1937 in Santa Monica geboren wurde, machte in seiner Jugend durch etliche Eskapaden auf sich aufmerksam: auf der Highschool erhielt er einen Verweis wegen eines Diebstahls, und ein Baseball-Stipendium (er war ein talentierter Sportler) am College verlor er wegen wiederholter Trunkenheit. Erst über den Umweg eines Paris-Abstechers, wo er Malerei studierte, fand Redford an der American Academy of Dramatic Arts in New York den Weg zur Schauspielerei.

Sein künstlerischer Durchbruch gelang ihm 1966 an der Seite von Jane Fonda in "Barfuß im Park". Danach stellen sich die Erfolge in rasantem Tempo ein. Jeweils mit Paul Newman spielte Robert Redford in den Kassenschlagern "Zwei Banditen" (1969) und "Der Clou" (1973). Trotz des einsetzenden Erfolges gründete Redford schon 1969 seine eigene Produktionsgesellschaft: "Als Schauspieler war ich irgendwann total frustriert. Da wollte ich lieber den ganzen Film selbst in der Hand haben - wie ein Künstler, der ganz allein seine Leinwand voll malt." Redford zeigte Hollywood die kalte Schulter, als ihm die Hauptrolle für die "Love Story" angeboten wurde. Über das Drehbuch befand er: "It's shit!"
Unvergessliche Kinohighlights sollten da noch folgen - an der Seite von Meryl Streep in "Jenseits von Afrika" (1985) oder zusammen mit Demi Moore in "Ein unmoralisches Angebot" (1992). Zudem erhielt er 1981 den Oscar für die beste Regie des Films "Eine ganz normale Familie", im selben Jahr den Golden Globe, und die Universitäten von Colorado und Massachusetts verliehen ihm Ehrendoktorwürden.

"Für mich ist das Altern natürlich, da müssen wir alle durch. Ich habe kein Problem damit", erklärte Redford in einem Interview. Er ist nach wie vor gefragt, ob als Schauspieler, Regisseur oder Produzent, wie die letzten Erfolge mit "Der Pferdeflüsterer" (1998), "Die Legende von Bagger Vance" (2000) oder "Ein ungezähmtes Leben" (2005) beweisen. In der Rolle des zurück gezogen auf einer Farm lebenden Einar Gilkyson, der seinen Freund Mitch Bradley (Morgan Freeman) pflegt, schimmert ein wenig Redfords eigene Vita durch.

Probleme mit Redford hat bisweilen die amerikanische Öffentlichkeit. Als Förderer junger Regisseure (er gründete das "Sundance Filminstitut" und das "Sundance Festival") arbeitet er gegen den Hollywood-Mainstream, als aktiver Umweltschützer kritisierte er US-Präsident Bush wegen dessen Klima-Politik, und auch sein Engagement für ethnische Minderheiten stieß auf Ablehnung. "Die Filme, mit denen ich am zufriedensten bin, sind wie Kommentare zur sozialen Situation: genaue, konzentrierte Blicke auf kleine Ausschnitte meines Landes", bekannte Redford - ein kritischer Wolf im smarten Filmschafspelz.

Peter Mohr

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