von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 09:13

Björk: Biophilia

13.10.2011

Mehr oder weniger

Für Björks Verhältnisse ist Biophilia auf den ersten Blick fast schon minimalistisch ausgefallen. Aber bei der Isländerin ist selbst weniger noch mehr. Von TOM ASAM.

 

Björk kommt auf ihrem neuen Werk mit deutlich weniger Gästen aus als zuletzt und stellt ihre Stimme – klar und ungefiltert – (wieder) mehr in den Mittelpunkt. Das wir deshalb noch längst keine one-woman-bonfire-Songs zu hören bekommen, dürfte jedem klar sein, der sie ein wenig kennt. So bietet Björks siebtes Studioalbum schon mal einen konzeptionellen Überbau, der einen Bereich erschließen will, in dem harte wissenschaftliche  Fakten und Emotionen  ineinandergreifen. Verstand und Gefühl sollen ebenso wie das physische oder virtuelle Handeln nicht in Kontrast zueinander stehen, sondern sich ergänzen – so wie akustische, analoge Instrumente und computergenerierte Klänge. Da kann man – oder zumindest Björk – es natürlich nicht bei einem schlichten Album belassen. Zu den zehn Songs, die »Wissenschaftliches, Naturphänomene und musikwissenschaftliche Erkenntnisse« miteinander verbinden sollen, gibt es jeweils Apps – und Workshops für Kinder soll es auch noch geben. Genug für eine eigentlich reduzierte Platte? Nein! Ein paar selbstgebaute Instrumente (z.B. eine Gamelesta – Hybrid aus Gamelan und einer Celesta) brauchsts schon noch.

 

Für Die Hard-Björk-Fans gibt es also letztlich doch wieder mal eine ganze Menge auszuschecken. Für den ›normalen‹ Pop-Fan bleibt ein gutes Album, das um zum ganz großen Wurf zu werden doch hin und wieder zu viel Aufmerksamkeit fordert, für das was man letztlich zu hören bekommt. Nicht alle Sounds sind so zwingend, als dass man dafür ein Instrument bauen müsste; die Songs selber sind eher solide – über die Stimme von Björk muss man nichts mehr sagen.

 

 

 



 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...