Deutlich größeren Eindruck hinterlässt die 1982 in Neuchatel geborene Olivia Pedroli mit ihrem Album The Den. Unter dem Künstlernamen Lole veröffentlichte Pedroli bereits zwei Alben, die sie ins Vorprogramm von Künstlern wie Paul Simon, Nouvelle Vague oder Marianne Faithful brachten. Wie die Songs der studierten Violinistin, die auch an Gitarre und Violine und mit ihrer Stimme überzeugt, in Hallen dieser Größenordnung ankommen, kann ich mir nicht so leicht vorstellen. Fast zu intim und individuell erscheint die experimentelle Musik der Schweizerin, die Elemente der Klassik und des Folk auf völlig eigenständige Art und Weise in ihre Stücke integriert. Dass der renommierte isländische Produzent Valgeir Sigurdsson The Den mitgestaltete, sagt schon einiges aus. Der hat ein Händchen für Künstler mit eigener Persönlichkeit und eindrucksvoller Musik: Er produzierte in der Vergangenheit etwa Björk, Bonnie Prince Billie oder Coco Rosie. Olivia Pedroli braucht sich auch hinter solchen Namen nicht zu verstecken. Die Stücke, in denen die Instrumente teils auf ungewohnte Weise um die Stimme herumgeistern, kann man schwer beschreiben – mit der üblichen neuen Folk-Sensation der Woche hat das auf jeden Fall nichts gemein.
