Thomas Kistner: Fifa-Mafia TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 09:18

Tom Waits: Bad as me

27.10.2011

Last Leaf? Not!

In die Rock´n Roll Hall of Fame aufgenommen zu werden dürfte für einen Musiker ähnlich beängstigend sein, wie für Schauspieler einen Lifetime Award zu bekommen. Klingt nach Rente, Ende, Tod. Die beste Waffe dagegen: ein überzeugendes Lebenszeichen – wie Waits neues Album Bad as me. Von TOM ASAM.

 

Sieben Jahre lang hieß es: every body waits for Tom. Der dachte sich nur: »Wait and see – you´re as bad as me.« Sieben Jahre sind eine lange Zeit, Waits hat die Sechzig überschritten und könnte sich in der Hall of Fame ausruhen. Nichts da! Er, der als junger Mann schon rumlief wie ein alter Landstreicher und musikalisch nie was auf aktuelle Trends gab, wirkt auf seinem neuen Album jünger denn je. Jetzt ist er ja wirklich alt – und kann ein bisschen was von seiner alt, kaputt und schräg-Attitüde aufgeben. So gibt es zwar auch auf  Bad as me Bar- und Schifferklavier, schräge Soulfullness, Kneipenballaden und Seemannsblues. Aber das Songmaterial wirkt straighter und fokussierter denn je –  ohne dass man polierten Durchschnitt befürchten müsste. Im Gegenteil!

 

Obwohl sich hier nichts mehr anhört als sei Waits mit selbst gebastelten Instrumenten die Kellertreppe runtergefallen, gibt es reichlich Stoff zum Genießen, Staunen und Grinsen. Im Opener Chicago harmonieren Banjo und Horn-Sektion, dazu hören wir keine geringeren als Marc Ribot und Keith Richards an den Klampfen. Die sind auch bei Last Leaf vertreten: »I´m the last leaf on the tree, the autumn took the rest, but they won´t take me, I´m the last leaf on the tree.« Und da brauchen wir keine Sorge haben, so schnell lässt sich der gute alte Tom nicht abschütteln. Hell broke luce entfacht wirklich einen höllischen Sound, Marc  und Keith liefern fast schon Metal-Riffs zu wilden Handclaps und Toms auf rebellisch getrimmter Stimme. Dazu Flea am Bass. Könnte ein verschollener Post-Punk-Hammer sein. Ein weiteres Bassmonster hören wir mit dem genialen Les Claypool (Primus) auf Satisfied. Und im Gegensatz zum Stones-Klassiker lautet der Tenor hier: »I will get Satisfaction before I´m gone.« Das nimmt der Hörer Waits gerne ab und ist seinerseits mehr als zufrieden mit diesem unerwartet starken Album.

 



 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...