Ob Mark Ronson, Dan Black, Maximum Balloon oder Hurts, es gab da in im letzten Jahr einige Pop-as-Pop-can-Platten, bei der sich so mancher Gast wundert: was, sowas gefällt dir (man könnte auch »gefällt« oder »dir« kursiv stellen)? Bei Pat Grossi, not well known so far as Active Child dürfte es sich ähnlich verhalten – auch wenn der noch mal eine Nummer für sich ist. Das aktive Kind hat seine Falsett-Stimme geschult und spielt äh – Harfe. Klingt ja schon mal schlimm genug. Dann hätten wir da noch Phil-Collins-Gedächtnis-Drumsound aus der Konserve. Der Gesang wird schön gedoppelt und wabert in ätherischen Sounds, ja wir kommen ein letztes Mal (zumindest für heute) nicht am Wort »Chillwave« vorbei. Dazu super kitschige Melodien – und natürlich jede Menge 80s-Assoziationen der uncoolsten Art.
Fangen wir bei A an: Air Supply. Asia. AHA. Oder man denke an die Theatralik und Synthetik eigenartiger Projekte, die in Hardrock-Kreisen goutiert wurden, mit Rock aber eigentlich nix am Hut hatten: Planet P oder Phenomena. Davon hat Grossi natürlich noch nie was gehört. Und letztlich ist das 2011 sowieso was anderes. Und wenn man will, kann man aufgrund der Atmosphäre und Anteile minimaler Elektronik bei einem Stück wie Playing House auch auf die Idee kommen, ein James Blake sei nicht weit. Von extrem uncool zu state of the art ist es oft nur ein Katzensprung. Sowieso: geschenkt! Dieser synthetische Schmalz-Dream-Pop wird Kotzreiz auf der einen und Tränen der Freude auf der anderen Seite hervorrufen. Wo die Grenze allerdings verläuft, lässt sich heute nicht mehr definieren. Und das ist auch spannend.