Say it loud: I`m not young and proud!
Soul Time! ist nun ihr fünftes Werk, auf dem sie wieder von den Dap-Kings, ihrer bewährten und fabelhaften Band, unterstützt wird. Los geht’s mit dem zweiteiligen Genuine: Hier hält Jones sich eher zurück, gibt ihren Begleitern dafür um so mehr die Gelegenheit, einen Funk-Kracher im reinsten James Brown-Stil zu zelebrieren. Dagegen lässt sich auch kaum etwas einwenden – außer, dass es vielleicht in dramaturgischer Hinsicht keine gute Idee war, ausgerechnet mit diesem Titel zu beginnen: Er hätte, als eine Art Zwischenspiel, besser in die Mitte gepasst.
Zu großer Form läuft Jones dann im zweiten Titel auf, dem balladesk-bekenntnishaften Longer and Stronger, in dem sie den herablassend als »pretty young things« bezeichneten R&B-Kolleginnen unmissverständlich ihre Sicht der Dinge als reife Frau klarmacht: »Longer and stronger, that’s how I live, / The more I get, the more I got to give. / 50 years or so gone by and 50 more to come. / You think, You’ve seen something, / But, Lord, I’ve just begun.«
Beachtlich ist auch What If We All Stopped Paying Taxes?, das in seinem politischen Anspruch direkt an Money, einen der besten Titel des Vorgängeralbums I Learned the Hard Way, anschließt. Mit Ain’t No Chimney in the Projects, einer Erinnerung an ihre Kindheit in den Slums, gelingt Sharon Jones sogar ein ebenso rührendes wie unsentimentales Weihnachtslied.