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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:34

The Remote Viewers: Nerve Cure

22.12.2011

Sax-Impro-Spektakel

Ob das tatsächlich zur Nervenberuhigung taugt? Mal sehen, zurücklehnen und äh – hören. Von TOM ASAM

 

Ursprünglich als Trio (Adrian Northover – Sopran- und Altsax, Louise Petts – Altsax, Stimme, Keyboards und David Petts – Tenor Sax, Keyboards) angelegt, präsentieren die englischen The Remote Viewers ihr zehntes(!) Album mit verstärkter Manpower. Seit einigen Jahren experimentiert die Gruppe mit verschiedenen, regelmäßig wiederkehrenden Mitstreitern. Nach einer ersten intensiven Schaffensphase von 1999 bis 2003 ist man seit 2007 mit der Basis Northover/ Petts wieder mächtig aktiv.

 

Nach zwei eher beatlastigen Alben, gehen The Remote Viewers auf Nerve Cure deutlich experimenteller zu Werke. David Petts und Adrian Northover agieren hier mit folgender Unterstützung: John Edwards (Kontrabass, Harfe), Sue Lynch (Tenor Sax, Flöte) und Rosa Lynch-Northover (Piano, Percussion), sowie Adam Bohman (»Bowed Objects«) und Caroline Kraabel (Bariton Sax).

 

Manche Stücke bestehen vorwiegend aus teilweise improvisierten Saxophon-Duellen, die man wohl am ehesten als Avantgarde-Jazz bezeichnen kann. An anderer Stelle stehen deutlich reichhaltigere Instrumentierungen im Vordergrund, ohne dass die Stücke ihre ökonomische Struktur in überbordender Opulenz zu verlieren drohten.

 

Letztlich bleibt dennoch das Saxophon mit all seinen Facetten das bestimmende Instrument im Sound der Viewers. Mal eher locker verspielt (Hive Mind), mal dicht und drängend (Lost Weekend, War With The Outer Countries) oder auch wirklich Nerven schonend (Forgotten Corners). Die vier Saxophonspieler bringen unterschiedliche Texturen und Blickwinkel ein in ein Klangspektrum, dem letztlich kein Terminus gerecht werden kann. Die Bezeichnung »Jazz« kann hier nur als vage Orientierung dienen. Für viele Hörer mag das Album über weite Strecken nicht ganz einfach zu hören sein. Doch auch wenn Nerve Cure den Hörer fordert, steckt hier bei aller musikalischen Brillanz und dem Mut zum Ungewöhnlichen auch jede Menge Spaß drin – ja es gibt hier sogar relativ zugängliche, schnelle ansteckende Momente - beglückend ist das Album in seiner ganzen Vielfalt und Andersartigkeit. The Remote Viewers sind kein gewöhnliches Ensemble – es handelt sich hier schon eher um einen ganz eigenen Kosmos. Zurücklehnen – und eintauchen!

 

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