Konservative Klischees
Schon nach dem Opener 15 Miles hat die Band alle überholten Standards runter gekloppt, von den adoleszenten So I walk so alone-Lyrics über Gangshouts und zackige Riffs, zu denen man vielleicht super Tony Hawk hätte zocken können. Klar ist es unfair, den Schweden vorzuwerfen, mit ihrer Musik nicht mehr zeitgemäß zu sein – das ist schließlich kaum ein Qualitätsurteil. Aber die Band produziert einen Bausatz-Punk, der nicht nur furchtbar anachronistisch, sondern auch unendlich debil klingt. Jedes rockige Gitarrensolo, jeder Break und jeder Refrain ist vorauszusehen, das ist pseudo-rotziger Punk nach Autocomplete-Prinzip. Jede Akkordfolge, jeder Abhüpfpart rekonstruiert ein Klischee nach dem nächsten.
Damals, Ende der Neunziger, Anfang der 2000er-Jahre, als ein Skateboard noch Coolness-Garant war, als in IKEA-Kinderzimmern krude Anarchietheorien gesponnen wurden, hätten Topper ihre Zeit gehabt. Vielleicht hätten sie damals die Überzeugungskraft gehabt, die ihnen jetzt sowohl musikalisch wie textlich fehlt. Schuld sind – so konservativ zeigt sich die Band wirklich in dümmsten Punk-Klischees verwickelt – neben denen da oben (»Do you love your country? Do you love your king? […] NO! Because they gave us nothing!«) natürlich die Erwachsenen, das heißt also die Spießer (»When you’ve grown up / they showed up / and they said: You got it wrong […] What have you done / with your life?«).