Es sind Töne, ganz wie man sie von Sakamoto kennt: Leise, zurückhaltend, entspannt und doch versetzt mit dissonanten Versatzstücken, die einen Track wie 0325 zügig zu einer unheimlichen Sache geraten lassen. Ein Höhepunkt in einem Album, das im Gesamten eher einer entspannenden Gehirnmassage gleichkommt. Auf die gesetzten Klavierläufe legen sich, mal dezent-abstrakt im Hintergrund gehalten, mal dröhnend die Lücken ausfüllend, die Trademark-Klänge von Fennesz. Innerhalb zweier Stunden entfaltet flumina seine schöne, sedierende Wirkung, liefert den perfekten Backgroundsoundtrack. Perfekt für alles, was Konzentration erfordert.
Die nämlich auf flumina zu lenken lohnt sich nicht so sehr wie erhofft. Sakamoto hätte sich mit zwölf Tonarten begnügen können. Neben den meisterhaften Improvisationen, die scheinbar vollständig ausgereift auf die Welt gekommen sind, klingt einiges noch sehr skizzenhaft, unausgereift, lahmt vor sich hin, bewegt sich unweit von willkürlichem Geklimper. Gut, dass Fennesz dem entgegen tritt und seine wirkungsvollsten Laptop-Drones einsetzt, um die Kompositionen mit Spannung, Dynamik und Abwechslung zu füllen. Der saubere Mix kommt ihm zugute und so kann der Österreicher über die partielle Ideenlosigkeit des Japaners hinwegtäuschen. flumina stellt sicherlich nicht das bestmögliche Resultat der Kollaboration zweier Genies dar, aber es bleibt ein insgesamt solides Album, in seinen stärksten Momenten betörend schön. Am besten dann zu genießen, wenn man nicht richtig hinhört.