Dieser Eno wird einfach nicht alt. Nicht nur, dass er selbst am laufenden Band tolle neue Alben raushaut und (teils nicht ganz so tolle) produziert, nein er ist auch zuverlässiger Trendscout. Seine neueste Empfehlung: der 21-jährige Sänger, Songschreiber, Produzent, Multiinstrumentalist und und und … tja – laut Eno handelt es sich hier um eine Art Wunderkind. »A new kind of person, a new kind of artist. A one in a million artist«, lobhudelt er. Das verunsichert ja in diesem Ausmaß fast schon, und man ist irgendwie erleichtert, dass das Album mit Gay Pirates erdig anfängt und durchaus von dieser Welt zu sein scheint. Aber: was für ein Hit gleich, und ein Song über schwule Piraten ist auch nicht das übliche Thema für den Nummer-Eins-Hit von nächster Woche.
Is this world strange… ist ein unglaublich frisches, freches, abwechslungsreiches Stück Pop mit dem mich Cosmo spontan an zwei weitere junge Supertalente von der Insel erinnert: Jamie T und Micachu. Allerdings erscheinen seine Stücke etwas direkter, nicht ganz so versponnen und führen ihn vielleicht schneller in (Verkaufs-)Regionen, in die beiden anderen Künstler leider trotz großartiger Alben noch nicht gekommen sind. Oder anders: Wenn ein Blue Gras-Stomper wie Blame it on me (den Cosmo angeblich im zarten Alter von dreizehn Jahren verfasste) neben einem funky Rap wie Just Wanna Talk steht, dann ist das schon ungewöhnlich. Aber das Ganze läuft dem Hörer rein, als wäre es die normalste Sache der Welt. »One in a million« hin oder her: Was Cosmo hier geschrieben, with a little help seiner Freunde, eingespielt, gemischt und produziert hat, ist ein riesiger Spaß; den Gay-pirate-Refrain bekomme ich schon seit Wochen nicht aus dem Kopf: Yo ho, Sebastian/ let´s go far away/ somewhere where the captain won´t be maid … Und wer ist jetzt eigentlich strange? Ich würde sagen: Cosmo and the world. Cosmo allerdings auf angenehme Art.