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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:38

Jazzanova: upside down / Luciano: Vagabundos

19.01.2012

Mixed and remixed

Gesammelte Remix-Arbeiten zu Stücken des Berliner Quintetts Jazzanova treten an gegen einen waghalsigen Mix von »Vagabundo« Luciano. Von TOM ASAM

 

Am Anfang ihrer Karriere verschafften sich Jazzanova vor allem durch Remixes für andere Künstler Aufmerksamkeit. Mit Upside down würdigen sie nun diverse Remixe von ihren eigenen Stücken durch internationale Künstler und knüpfen damit an ihre erste Remix-Zusammenstellung aus dem Jahr 2003 an. Genauso sorgfältig, wie sie ihre Stücke entwerfen, gingen Jazzanova auch an die Auswahl der Remix-Künstler heran. Bekannte Namen wie Hendrik Schwarz oder Mr. Scruff wechseln sich ab mit Talenten wie das Duo Soldiers of House aus Pretoria oder den Schotten Midnight Marauder. Trotz Bearbeitung verschiedener Künstler bleibt eine klare Linie erhalten. Songauswahl und Sounds sind gewohnt eklektisch und perfektionistisch. Da gibt’s nichts zu meckern, allerdings bringt die tadellose Leistungsschau das Blut auch nicht wirklich in Wallung.

 

Produzent und DJ-Wizzard Luciano, dessen 2009er Album Tribute to the sun in diversen Jahrespolls ganz vorne zu finden war, lässt einen hingegen von der ersten Sekunde seines Mixes die Lauscher aufstellen und mit den Hufen scharren. Vier kunstvoll ineinander verwobene Tracks läuten die Demonstration in perfekter, digitaler Mix-Kunst ein. Die melodiösen Tracks von Nicolas Jaar und Francesco Tristano werden unterfüttert vom Deep House eines Pepe Badrock sowie den technoiden Dubsounds von Moritz von Oswald, der in Tricksi´s At Les mündet, der wiederum fulminant von District One ergänzt wird. Perfekte Sound- und Rhythmus-Collagen bringen den Hörer in Verzückung, bis James Blakes Stimme ertönt und Raum für etwas Durchatmen schafft. Nach zehn wahnwitzigen Minuten steht nur noch die Deepbassline von Horrevortst. Spätestens jetzt ist jeder auf den Beinen und tanzt die nächste Stunde wie blöde zu Lucianos Powermix, der nun wieder komplexer wird und immer wieder für Glücksgrinser sorgt, mal ist der soulige Jamie Woon schuld, mal das Stuttgarter Talent MCDE. Großer Spaß.

 



 

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