Die Münchner Philharmoniker sind echte Stimmungsathleten. Besonders bei ihren Sylvesterkonzerten. Dann schenken sie ihrem dankbaren Publikum die ganz großen Gefühle. Es soll rauschen und brausen und klatschen und was passte da besser als Händels Krönungshymnus Zadok the Priest, Music für the Royal Fireworks, See the conquering hero he comes, Arrival of the Queen of Saba und natürlich das Halleluja aus dem Messias – zumal wenn sie von einem Experten für die historische Aufführungspraxis barocker Musik dirigiert werden, wie Andrew Manze einer ist.
Dieser feierte den Enthusiasmus der Stücke, bewahrte durch seine historisch korrekte und britische Art die Aufführung jedoch davor, ganz im königlichen Lärm aufzugehen. Solch kalkulierter Rausch prägte schon die Aufführung von Holsts Die Planeten im ersten Teil des Konzerts, die das Publikum in die nötige Grundstimmung versetze. Dass dieses dann zum Schluss zusammen mit dem bravourösen Philharmonischen Chor den Beginn von Elgars Pomp and Circumstances singen durfte, wäre manchem vielleicht sogar zu viel des Guten gewesen, hätte Manze diese Zugabe nicht durch seine Grußworte ironisch gebrochen.
So endete das musikalische Jahr in einer heiteren Mischung aus Euphorie und seligem Glucksen.
Foto © www.wildundleise.de