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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:44

Riz Ortolani: Il consigliori - Original Motion Picture Soundtrack

02.02.2012

Für eine Handvoll Lire

Ennio Morricone – klar, den kennt jeder. In den Sechzigern und Siebzigern, als das italienische Unterhaltungs- und Trashkino blühte, gab es aber noch einige andere interessante Filmkomponisten. Einer von ihnen war Riz Ortolani, dessen Soundtrack zu dem Mafia-Thriller Im Dutzend zur Hölle (1973) jetzt auf CD erschienen ist. Von CHRISTOPH HAAS

 

Maestro Ortolani, geboren 1933, kann inzwischen auf eine Karriere zurückblicken, die nahezu sechs Jahrzehnte umfasst. Sein erster Score stammt aus dem Jahr 1954, sein bislang letzter, den er für ein Demenz-Drama des Regieroutiniers Pupi Avati schrieb, aus dem Jahr 2010. Der große Durchbruch Ortolanis kam 1961: Der Song More, mit dem er den pseudodokumentarischen Exploitationfilm Mondo Cane schmückte, wurde für den Oscar nominiert. Danach hatte er reichlich zu tun: in Hollywood, vor allem aber in Italien, wo er genreübergreifend gefragt war, für Horrorfilme und Western ebenso wie für Erotikstreifen und Komödien.

 

Made in Italy and USA

Der Originaltitel von Im Dutzend zur Hölle ist weit weniger reißerisch: Il consigliori heißt so viel wie Der Berater. Der junge Mann, um den es hier geht, ist der Vertraute eines älteren Mafiabosses, will aber aus dem Milieu aussteigen und mit seiner Freundin in eine bürgerliche Existenz wechseln. Das geht natürlich nicht gut und führt zu vielen Leichen. Wie zahlreiche italienische B-Movies der damaligen Zeit ist Il consigliori stark von einem amerikanischen Erfolgsfilm inspiriert, in diesem Fall Francis Ford Coppolas The Godfather (1972).

 

Zuckersüß und aggressiv

Die Musik zu Il consigliori besteht hauptsächlich aus zwei Themen, die stark miteinander kontrastieren und die Ortolani in Details jeweils so geschickt abwandelt, dass auch beim konsequenten Durchhören der CD keine Langeweile aufkommt. Tomas Theme wird von rustikal-melancholischen Mundharmonikaklänge eröffnet, dann kommt die volle symphonische Breitseite – zuckersüß, aber mit einer unwiderstehlichen Melodie. The Advisor ist dagegen ziemlich aggressiver, orchestraler Funk, der den Vergleich mit ähnlichen Arbeiten von Eumir Deodato und Lalo Schifrin nicht zu scheuen braucht. Unter den übrigen Titeln sticht Kermesse Folkloristica hervor, eine Hommage an die Musik, die auf sizilianischen Volksfesten gespielt wird.

 

Erschienen ist Il consigliori bei Chris‘ Soundtrack Corner, einem winzigen Label, das sich ausschließlich auf rare Filmmusik konzentriert. Im ausgezeichneten Booklet lässt sich einiges über den Film, dessen Schauspieler und Alberto De Martino, den Regisseur, erfahren; außerdem gibt es einige Bonustracks, die auf der ursprünglichen italienischen LP nicht zu finden waren. Eine schöne CD, mit so viel Sorgfalt veröffentlicht, wie man es sich immer wünscht!

 

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