Würde man das Ganze als »Dub-Trad: New Epoch«anbieten, hätte man auf den ersten Blick eine ungefähre Ahnung, um was es hier geht. Um Schwarzkittel-Romantik jedenfalls nicht. Hinter Goth-Trad steht der Japaner Takeaki Maruyuma, der seit Jahren daran arbeitet, Bass-Musik aus dem (ehemaligen) englischen Underground an die Oberfläche zu hieven und in neue Formen zu transferieren. Für New Epoch ließ er sich lange Zeit, neue Epochen wollen vorbereitet werden.
Seine im weitesten Sinne wohl als Dubstep zu bezeichnenden Bass-Mutationen bedienen sich unter anderem Einflüssen aus abstrakter Electronica. Rave und Jungle. Reggeae und Dub könnte man hier stellvertretend für »Trad« nennen, auf Babylon Fall vernehmen wir die gesampleten Vocals von Roots-Meister Max Romeo. Für den Goth-Anteil sorgen dann, wenn man so will, Mollakkorde und Synthie-generierte Streicherpassagen. Maruyama-san traut sich was zu und rechtfertigt seinen Nickname »Sound Originator«, ohne aber Traditionen aus dem Auge zu verlieren. So bleibt das abwechslungsreiche Stück Bass-Musik zu jeder Zeit ein Hörgenuss.