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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:48

Lindstrom: Six cups of rebel

09.02.2012

Disco oder so

Dance-Music Produzent Hans-Peter Lindstrom mit einem augenzwinkernden Stilmix. Von TOM ASAM

 

Man kann den Tag mit einer Tasse Kamillentee oder einer Kanne Kaffee angehen. Manch einer startet auch nach schwerer Partynacht mit einem Konterbier. Alles Kinderfasching! Unser Hans-Peter haut sich gleich Six cups of rebel rein und setzt sich an die Kirchenorgel. Ein fünfminütiges Orgelgedröhn stellt tatsächlich den Einstieg in Lindstroms viertes Soloalbum dar. Danach widmet er sich ganz der Zündung einer Balearic-Cosmic-Rock-Disco-Rakete. Wer schon mal die ZDF-Kulturdoku »Die Seventies: Style Clash« gesehen hat, weiß, dass es Zeiten gab, als es hieß: Rock oder Disco! (So wie Schwarz oder Weiß, Geha oder Pelikan, Kiss oder AC/DC, Puch oder Zündapp). Es gibt dort Aufnahmen aus einem amerikanischen Football- (oder Baseball-?) Stadion zu sehen, wo die aufgebrachte Menge, die dem Aufruf einer Radiostation folgend, der Sprengung selbst mitgebrachter Discoscheiben beiwohnt – und dabei jubelt und völlig ausflippt. Eine Art Hexenverbrennung. Disco und Rock gleichzeitig abzuwinken, oder gar zu vermischen wäre da gar nicht gesund gewesen.

 

Das haben wir hoffentlich überwunden und können uns freuen an dieser Mischung aus kosmischer Disko- und Rockbeats, wobei Letztere freilich mehr zu tun haben mit Ed Banger als mit Headbanger. 70´s-Rockmusiker-mäßige Klassikverkitschung wird mit Cowbells und manipulierten Vocals kontrastiert; 808 Basslines sorgen für Wumms. Eine gewisse Offenheit Tanzmusik gegenüber ist hier natürlich ebenso Grundvoraussetzung wie Sinn für Humor. Ein, zwei Tassen Rebel sollte man besser auch intus haben, um einfach locker zu lassen. Go with the flow, folge dem Lindstrom. Sollte heuer bei jeder innerstädtischen Karnelvalsveranstaltung anstelle der Belästigung durch irgendwelche »Radio Arschloch«-DJs Pflicht sein.

 

 

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