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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:50

Christian Wallumrød Ensemble: Fabula Suite Lugano

26.11.2009

Klangfarben

Auf einen gemeinsamen Nenner lässt sich die Musik des Christian Wallumrød Ensembles nicht bringen. Gerade dies macht die Aufnahme aus Lugano zu einer der originellsten Neuerscheinungen der letzten Zeit.

 

Christian Wallumrød Ensemble: Fabula Suite Lugano

Die Metapher von der Klangfarbe ist, um im selben synästhetischen Bereich zu bleiben, nicht immer einleuchtend. Hier aber trifft sie ins Schwarze. Gleich das erste von achtzehn Stücken schlägt einen in seinen Bann. Die Faszination, die von diesen „Solemn Mosquitos“ ausgeht, hält bis zum Ende an. Dabei ist das musikalische Material dieser CD höchst heterogen. Tonalität steht neben atonalen Passagen, Reminiszenzen an die Strenge des Barock, die durch flimmernde Irritationen „gestört“ werden, kontrastieren mit Bruitismus. Solch kuriose Titel wie „I Had A Mother Who Could Swim“ oder „Dancing Deputies“ heben sich ab gegen die Sachlichtkeit von “Jumps”, “Glissando” oder “Scarlatti Sonata”. Auf einen gemeinsamen Nenner lässt sich die Musik des Christian Wallumrød Ensembles nicht bringen. Gerade dies macht die Aufnahme aus Lugano zu einer der originellsten Neuerscheinungen der letzten Zeit.

Ungewöhnlich wie die Kompositionen des Namensgebers ist die Zusammensetzung des norwegischen Ensembles mit einer Schweizerin an der Harfe. Es besteht aus Christian Wallumrød am Klavier, am Harmonium und am Spielzeugklavier, Eivind Lønning an der Trompete, Gjermund Larsen an der Violine, der Viola und der zehnsaitigen Hardangerfiedel, die auf die folkoloristischen Elemente der Musik verweist, aus Tanja Orning am Cello, Giovanna Pessi an der Barockharfe und Per Oddvar Johansen an Schlagzeug, Perkussion und Glockenspiel.

Der spartanische Verzicht auf einen Begleittext, der zugleich einen Verzicht auf Bevormundung des Hörers bedeutet, ist in diesem Fall nicht nur eine Tugend. Was das Ensemble von Christian Wallumrød anbietet ist so rätselhaft, dass eine kleine Hilfestellung über die Herkunft und die Konzeption schon hilfreich wäre. So muss man auf die Neugier und die Konzentration der Hörer vertrauen. Sie wird belohnt. Vom ersten bis zum achtzehnten Stück.

 

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