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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:52

Sleep is Wrong: The Invention of the Hole...

14.01.2010

Dunkle Romantik und großer Pop

Ein Album, das so frisch und eigenständig rüberkommt, dass man kaum glauben kann, dass diese seit einigen Monaten über dunkle Kanäle zu beziehende CD noch immer nur ausschließlich über die My-Space-Adresse der Band erhältlich ist. Von SEBASTIAN KARNATZ

 

„Thank God I know that William Blake is wrong.” Darunter macht es Johannes Molz, seines Zeichens Multi-Instrumentalist, Sänger, Songschreiber und Texter von Sleep Is Wrong, nicht. Das ausladend betitelte Debütalbum reiht sich in eine große musikalische Ahnengalerie ein, die von Radiohead und Muse über die dunkle Romantik Katatonias bis hin zur stupenden Detailverliebtheit von Opeth und Porcupine Tree reicht und dabei weder auf mysteriösen Untertongesang noch auf formidable Akustikgitarrenintermezzi verzichtet. Dass dabei in Molz’ Textwelt hemmungslos zitiert, collagiert und intellektualisiert wird, dürfte sich bei diesen Vorbildern eigentlich von selbst verstehen.

 

Ist das nun alles zu viel, klaffen Anspruch – Ahnengalerie! – und Wirklichkeit auseinander, oder schaffen es Sleep Is Wrong tatsächlich, so etwas wie die wertige Synthese von Radiohead und Opeth darzustellen? Die Antwort ist in diesem Fall leicht zu geben: Sleep Is Wrong schaffen es und verhelfen dem Rezensenten zu einem der eindrücklichsten Hörerlebnisse seit langem. In den altehrwürdigen Städten Regensburg und Rotterdam komponiert und aufgenommen, tönt dieses Debüt wie ein hermetischer, poetisch-melancholischer Monolith, der zwar seine Vorbilder kaum verhehlt, dabei jedoch so frisch und eigenständig rüberkommt, dass man kaum glauben kann, dass diese seit einigen Monaten über dunkle Kanäle zu beziehende CD noch immer nur ausschließlich über die My-Space-Adresse der Band erhältlich ist.

 

Wer also keine Angst vor einer klitzekleinen Portion Pathos hat, technische Bravour nicht mit Angebertum verwechselt, ab und an dunkelromantische Gefühle nicht ausschließen kann, große Pop-Songs auch mit verzerrten Gitarren erkennt und zu guter Letzt auch nur ein Fünkchen Zuneigung für die genannten Verdächtigen übrig hat, der sollte sich diese CD – die überdies in einer adäquat geistreichen Verpackung kommt – für sein eigenes Seelenheil gönnen. Ein emotionaleres, packender eingesungenes und wuchtiger produziertes Neo-Prog-Album wird man in den nächsten Monaten wohl kaum zu hören bekommen.

 

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