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Donnerstag, 09. Februar 2012 | 00:20

Fursaxa: Mycorrhizae Realm

11.03.2010

Freakfolk aus dem Reich der Pilze

Erstmalig verlässt Tara Burke für die Aufnahmen zu einem Fursaxa-Album die eigenen vier Wände, um mit anderen Musikern im Studio aufzunehmen. Und kehrt mit einem sehr interessanten Album zurück. Von TOM ASAM

 

Tara Burke nahm im letzten Jahrzehnt eine ganze Reihe von Alben alleine mit ihrem Vierspur-Recorder auf und veröffentlichte sie bei diversen Kleinlabels oder bot sie in limitierter CDR-Auflage an. Ihre gerne als Acid-Folk titulierten Stücke fanden jedoch durchaus Gehör, nicht zuletzt durch Touren u.a. mit dem viel zu früh verstorbenen Jack Rose oder den famosen Brightblack Morning Light.

 

Nach diversen Kollaborationen war es dann wohl das Mitwirken beim „Valerie Project“, dass Tara dazu bewog, ein Fursaxa-Album mit anderen Musikern gemeinsam in einem richtigen Studio einzuspielen. Neben „Valeria“ Mary Lattimore half auch Helena Espvall aus, die man von den Espers kennt - einer Band, die durchaus als vage Orientierung dienen darf, um sich ein Klangbild zu machen.

 

Effektive Symbiose

Das Ergebnis der Aufnahmen kann man als durchaus eigenständiges Soundgebräu mit psychedelischen Anklängen bezeichnen. Taras Vorliebe für 60´s-Folk und Psychedelia kann man dabei zwar erahnen, sie schafft es aber eine zeitlose, nicht retro wirkende Musik entstehen zu lassen.

 

Der droneartige Opener „Lunaria Exits The Blue Lodge“ entführt uns in einen märchenhaft-düsteren Soundwald. Narkotisch mäandern die Klänge zwischen den Bäumen und entwickeln einen eigenen Flow, der sich von vielen, deutlicher der Tradition der Singer/Songwriter folgenden „Freak-Folkies“ unterscheidet. Das hier ist eher Nico mit einer Folkband nach einem Pilzgericht auf einer Waldlichtung im Fackelschein. Cello und Harfe ergänzen wohl akzentuiert die Arrangements, ohne dass das Ergebnis zu manieriert wirken würde. Es ergibt sich ein Klang von hypnotischer Sogwirkung, bei dem die Frage, ob Song oder Sound im Vordergrund stehen, gar nicht aufkommt.

 

Als wichtige Inspirationsquelle gibt Tara übrigens Hildegard von Bingen an, mit der sie das Interesse an Musik, Natur und Mystizismus verbindet. Die Symbiose mit befreundeten Musikern hat sich ausgezahlt. Wie für die im Albumtitel anklingenden Mycorrhizae-Pilze, welche eine Symbiose mit Pflanzenwurzeln eingehen, um effektiver Nährstoffe und Wasser zu absorbieren.

 

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