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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:54

Gonjasufi: A Sufi And A Killer

11.03.2010

Soundgebete aus dem Sündenbabel

Ebenso unverzichtbar wie die literarische Erfindung des Warpantriebes für die schlüssige Erzählung im Bereich der Science Fiction, ist es für das Warp-Label, sich stets neu zu erfinden, um in andere Käufergalaxien vorzudringen. Von TOM ASAM

 

„Groundbreaking music“, das heißt im Hause Warp längst nicht mehr ausschließlich Intelligenztechno à la Autechre, sondern auch Maximo Park oder Grizzly Bear. Mit Gonjasufi fügt sich nun ein neuer Künstler ins Labelraster, dessen Sound schwer einzuordnen ist und sich jeder Art von Trend gegenüber resistent zeigt.

 

Sumach Valentine, so der bürgerliche Name der zentralen Figur hinter Gonjasufi, wurde als Kind koptischer Christen erzogen. Heute sieht er sich als Moslem. Ein Moslem mit Vollbart und Dreads, dem Beruf des Yogalehrers und der Berufung des Soundbastlers. Strange enough. Der Name Gonjasufi vereint seine Drogenerfahrungen mit dem Mystizismus des Islam. Passenderweise pendelt der Sound zwischen flirrenden Klangfetzen, psychedelischen Einflüssen und durchaus straighten Momenten. Rumpelnde Beats treffen da schon mal auf Garagerock-Gitarren, unterlegt von einer ordentlichen Bassladung.

 

Das Ergebnis ist erfrischend unberechenbar und unvollendet, der Sound wirkt organisch und ungeschliffen. Irgendwie nicht zu fassen, aber besitzergreifend und sehnsuchtsvoll. Man könnte das Ganze als geheimnisvolle, hypnotische Wüstenmusik bezeichnen, dabei ist das Soundkonglomerat weder mit Calexico noch mit Wüstenstonerrock à la Kyuss zu vergleichen. Sumach lebt in Las Vegas, dem Sündenbabel, das Wüste und pervertierte Stadtgesellschaft zusammenbringt – oder eben den Sufi und den Killer.

 

Der Mystiker mit der Gaslampe

Man kann den Titel „A Sufi And A Killer“ auf die ewigen Antipoden Gut und Böse oder die zwei Seiten in der Seele von Sumach beziehen. Oder aber auf die Tatsache, dass der Sufi als Beatpoet erst in dem Moment richitg zündete, als er auf den kalifornischen DJ und Produzenten „The Gaslight Killer“ traf. Gemeinsam mit diesem und Mainframe, einem Kollegen von J Dilla, traf er auch auf den Senkrechtstarter Flying Lotus. Aus diesem Treffen resultiert neben „Testament“ (zu finden auf Flying Lotus´ "Los Angeles") auch der Track "Ancestors".

 

Mit Hilfe der Gaslampe ist der Sufi auf dem Weg zur musikalischen Erleuchtung ein gutes Stück weiter gekommen. Und er nimmt uns mit auf seine Reise dorthin, wo Körper und Geist in Sound aufgehen. Ohne Weltverbesserungspathos und Kirchenchor, dafür mit Killertracks!

 

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