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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:55

Philipp Quehenberger: Hazard

18.03.2010

Wuchtig

Soundforscher aus Österreich landet bei der Suche nach dem „New Beat“ bei Brachialtechno mit querschießenden Soundkaskaden. Von TOM ASAM

 

Nach Beiträgen für Compilations führte der Veröffentlichungsweg wie so oft auch bei Philipp Quehenberger über 12“s zur Albumlänge. Mit seinem zweiten Album debütiert der 1977 in Innsbruck geborene Sound-Gefahrensucher nun bei Laton. Hierbei handelt es sich um ein Label, das sich überwiegend elektronischer Musik von Musikern aus der österreichischen Heimat sowie Künstlern aus ehemaligen Ländern der UDSSR annimmt. Klappt man das Digipack von Hazard auf, dessen düsteres Cover wohl die Silhouette des Künstlers zeigt, starrt man auf sämtliche Buchstaben des Alphabets, in deren Mitte der Tonträger steckt. Dies versinnbildlicht die vielfältigen Einflüsse, die Quehenberger mitbringt bei seiner Suche nach dem „New Beat“, um einen Songtitel zu zitieren.

 

Keine Ausfälle

Vom Klavierschüler zum Grunge-Fan, vom Mitglied des an Suicide geschulten Devil Duos über Death Metal bis zur Zusammenarbeit mit Patrick Pulsinger ging die Reise. Diese Erfahrungen kumulieren nun im lärmenden, arschtretenden Hazard, das man als ambitionierten, aber nicht zu ernst gemeinten „Hard Joke“ auffassen sollte. Acht instrumentale Tracks scheppern wuchtig und beatlastig, ergänzt um stetig herumflirrende Klangschnippsel. Brachialtechno, Grindhousedisco, Electronic-Weirdo-Noise, name it what you want. Das klingt auf einer fetten Club-Anlage sicher sehr ordentlich, macht sich aber auch unter dem heimischen Kopfhörer ganz gut, wenn man morgens in die Gänge kommen will und zu faul ist, die Kaffeemaschine anzuwerfen. Über die gesamte Albumlänge ist das allerdings schon etwas heftig. Diese Veröffentlichungsform zu wählen als „Stupid Idea“ (so heißt der Opener) zu bezeichnen wäre aber unfair, da Ausfälle nicht zu verzeichnen sind.

 

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