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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:55

Kenneth Minor: In That They Can´t Help It; Fanshaw: Dark Eyes

18.03.2010

Noch mehr Folksmusik ...

Sänger, Gitarrist und Songwriter Bird Christiani orientiert sich eher an den alten Göttern Bob Dylan und Neil Young als an musikalischen Begleiterscheinungen der neuesten Modetrends. Und Olivia Fetherstonhaugh nölt elfenhaft. Von SEBASTIAN KARNATZ

 

Kaum ein musikalisches Genre hat in den letzten Jahren eine derartige Renaissance erlebt wie der Folk. Gefühlte Heerscharen von jungen Männern und Frauen mit hippen Klamotten versuchen sich seit geraumer Zeit vornehmlich an der Kunst des kleinen Songs, des intensiven reduzierten Liedguts. Die zumindest visuell unhippen Barträger von Fleet Floxes sind qualitativ nur die Spitze des Eisbergs, denn allzu schnell mutiert die Paarung von innig empfundener Emotion und songwriterischer Reduktion zu schlecht gemachten Betroffenheitssounds.

 

Von derlei geschmacklichen Entgleisungen sind Kenneth Minor  gottlob weit entfernt. Sänger, Gitarrist und Songwriter Bird Christiani orientiert sich eher an den alten Göttern Bob Dylan und Neil Young als an musikalischen Begleiterscheinungen der neuesten Modetrends. Die zurückhaltend und kompetent arrangierte CD In That They Can’t Help It besticht durch kleine feine Songpretiosen, die sympathischerweise nicht mehr sein wollen als sie sind: schöne, abgehangene Folksongs mit einer Prise leicht skandinavisch anmutender Melancholie. Ein weiterer Beweis für die unbestechliche musikalische Kompetenz des edlen Hazelwood-Labels.

 

Pathosbeladen

Schwieriger ist es da schon mit der kanadischen Formation Fanshaw und ihrer Debüt-Einspielung Dark Eyes, die zwischen Indie und Singer-Songwriter laviert und dabei so groß tut, dass es unangenehm aufdringlich wirkt: pathosbeladener Indie-Folk, der durchaus seine lichten – und zerbrechlichen – Momente hat. Das Ganze wird von Sängerin und Songwriterin Olivia Fetherstonhaugh kompetent und mit dem obligatorischen Hang zur elfenhaften Nöligkeit dargebracht und hat laut Auskunft der Künstlerin satte fünf Jahre Reifezeit benötigt. Auch Fetherstonhaugh mit ihrem Hang zu perfekt arrangierten Indie-Sounds wird man schwerlich Trendgeilheit vorwerfen können. Irgendwo in den fünf langen Jahren sind den Songs jedoch die kleinen Schwächen – und damit leider auch die Spannung – abhanden gekommen.

 

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