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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:55

Withered Hand: Good News

25.03.2010

Die frohe Botschaft

Ein sympathischer Songwriter mit Händchen für folkig angehauchtes Liedgut macht sich daran, die Stadt- und Szenegrenzen Edinburghs zu überwinden. Von TOM ASAM

 

Withered Hand, das waren zunächst die Stimme Dan Wilsons und dessen Hände auf der akustischen Gitarre. Wilson lebt (zumindest bislang) nicht von der Musik, sondern hat Spaß an Feierabendauftritten in Edinburghs Liveclubs. Und daran, Teil einer lebendigen, aber oftmals nicht besonders gut wahrgenommenen, lokalen und selbstorganisierten Szene zu sein. Nach kontinuierlichen Auftritten und einer „Religious Songs“ betitelten EP ist Wilson langsam aber sicher dabei, sich eine ordentliche Fanschar und landesweite Radioeinsätze zu erspielen.

 

Der Songwriter, der sich eher als Künstler im weitesten Sinne sieht, als dass er sich als Musiker bezeichnen möchte, bevorzugt es mittlerweile in Bandbegleitung aufzutreten. Für die Aufnahmen zu „Good News“ hat er sich zusätzlich mit Neil Pennycock (Meursalt) und weiteren Musikern verstärkt. Wilson selbst ist weder ein außergewöhnlicher Gitarrist noch ein begnadeter Sänger – aber war das jemals ein Kriterium für eine überzeugende Platte? Er schreibt gute Songs, die – nicht zuletzt wegen der hohen, etwas weinerlichen Stimme – schon mal mit denen von Daniel Johnston verglichen werden.

 

Banjo, Ukulele, Harmonium, Akkordeon und Cello sorgen behutsam eingesetzt für Abwechslung. Und wie so oft bei schottischen Musikern bzw. Bands klingt das Ergebnis irgendwie authentischer, persönlicher als bei den englischen Nachbarn, die deutlich mehr auf Trends, Charts und Medien zu schielen scheinen. Vermutlich ist das der Vorteil der (popmusikalischen) Provinz!

 

(Not so) religious songs

Eine wichtige Rolle bei Withered Hand spielen die Texte, mit deren Hilfe Wilson wohl seine evangelisch geprägte Kindheit nachzeichnet und verarbeitet. Das allerdings nicht lammfroh oder wertend, sondern persönlich und mit Humor. Das führt zu Textzeilen, die sich teils schon beim ersten Hören in der Hörmuschel festhaken und einen zum Grinsen bringen: „If there´s manna from heaven/ you´re disinclined to share/ you stole my heart / and I stole your underware“ ("religious song"). Dass Sehnsüchte in jungen Jahren nicht nur spirituell und hormonell unterfüttert sind, sondern auch gerne befeuert von harten Gitarrenklängen, zeigen folgende Worte aus selbigem Song: „and they´re saying how does he really expect to be happy, when he listens to death metal bands.“

 

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