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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:57

Robin Guthrie: Sunflower Stories EP

01.04.2010

Einflussreicher Traumpopper

Robin Guthrie gehört wohl zu jener Sorte Musiker, die fast so viele Leute dazu anstifte(te)n, selbst zum Instrument bzw. Mikrofon zu greifen, wie sie Leute zum Tonträgerkauf animieren. Von TOM ASAM

 

Bereits in jungen Jahren entwickelte Robin Guthrie zusammen mit Elisabeth Fraser eine eigene Soundästhetik mit der Formation Cocteau Twins. Seine effektbeladenen Gitarrensounds in Kombination mit Fraziers überirdischer Stimme sorgten für Begeisterung und dürfen als maßgeblicher Anstoß zur Entstehung der Dreampop- und Shoegazing-Szene mit Bands von Lush bis My Bloody Valentine gelten. Es gibt Stimmen, welche die Cocteau Twins gar neben New Order und The Smiths als dritte Säule des britischen Alternative-Tempels der achtziger Jahre bezeichnen. Auch nach dem Ende der Cocteau Twins 1998 war Guthrie alles andere als untätig. Neben einer Reihe von Veröffentlichungen mit Violet Indiana gab es instrumentale Soloveröffentlichungen, Soundtrackaufträge und diverse Kooperationen. Und auch als Produzent war er erfolgreich tätig - unter anderem für Ian Mc Culloch (Echo and the Bunnymen) und Edwin Collyns (Orange Juice).

 

Traumhafte Ästhetik

Die "Sunflower Stories" bilden den abschließenden Teil einer EP-Trilogie. Die vier Instrumentalstracks leben von schimmernden Texturen und ambienthaften Gitarrenschichten und machen mit ihrer traumhaften Leichtigkeit Lust auf den Frühling. Damit liegt Robin soundtechnisch deutlich näher am alten Cocteau-Dreampop als bei noisigeren und herbstlicheren (Neo-)Shoegazern. Man könnte sich wunderbar ein, zwei Stücke auf dem brillanten „Lost in Translation“-Soundtrack vorstellen, in dessen Zentrum ja Kevin Shields, der ruhiger gewordene My-Bloody-Valentine-Held, steht. Man wartet nur noch darauf, dass Elizabeth Fraser jeden Moment ihre Stimme erhebt. Doch das wird leider nicht passieren, denn das ehemalige Paar (die beiden haben eine gemeinsame Tochter) findet wohl weder privat noch musikalisch je wieder zusammen. Deshalb kam es trotz großer Geldsummen, die im Raum standen, auch 2005 nicht zu einer bereits angekündigten Cocteau Twins-Reunion.

 

Aber auch wenn es hier beim rein instrumentalen Sound bleibt, kann ich die EP nur empfehlen. Ob es mehr als ein kostengünstiger Download sein soll, muss angesichts einer Spielzeit von leider nur 16 Minuten jeder selbst entscheiden. Ein Argument für den Erwerb des Digipaks ist allerdings das wunderschöne Cover, das sich in eine lange Reihe von Guthrie-Veröffentlichungen einfügt, bei denen sich die Ästhetik nicht bloß auf den Sound beschränkt. Der Mann hat Geschmack!

 

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