Tanzmusik aus Wasser
Nach weiteren Durchgängen von "Swim" wird klar, dass man sich auch gar nicht wirklich entscheiden muss zwischen 60s-Pop und Dancefloor, Kopfhörer oder Tanzfläche, Song oder Track. Hier vereinigen sich einige Welten auf unaufgeregte Weise und in überzeugender Soundpracht. Dan Snaith, der die musikalische Bandbreite eines Arthur Russells bewundert, umschreibt seine Absicht hinter "Swim" als Versuch, Tanzmusik zu schaffen, die eher klinge, als sei sie aus Wasser gemacht – und nicht aus metallischen Substanzen. Wir hören weniger Vocalparts, weniger Bass- und Gitarrensounds als zuvor, statt Unmengen gesampleter überwiegen diesmal programmierte Drumsounds. Doch wie auch immer Caribous Tracks zusammengesetzt sind, fehlt ihnen trotz aller Technik, die dahintersteckt, nie eine gewisse organische Ausstrahlung. Spielereien wie die Horn-Section bei "Hannibal" oder das Zusammentreffen von tiefen Bass-Sounds sowie tibetanischen Klangschalen und spannenden perkussiven Elementen in "Bowl" sorgen dafür, dass man sich auf eine audiophile Entdeckungsreise begeben kann, die länger andauert. James Holden, dessen Arbeit wohl einigen Einfluss auf Snaith hatte, willigte übrigens umgehend ein, besagtes "Bowl" zu remixen, was einem weiteren Schritt Caribous in Richtung breiteren Erfolg sicherlich nicht abträglich sein wird.