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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:58

The Miserable Rich: Of Flight And Fury

15.04.2010

Kammerpop für die Freizeitgesellschaft

Cello, Violine, Kontrabass, Gitarre: Die etwas anders verpackte Pop-Variante für Liebhaber majestätisch anmutender Melancholie. Von TOM ASAM

 

Keine Ahnung, was der Albumtitel uns sagen will. Richtig fury gab es in Brighton wohl das letzte Mal zu Zeiten, als sich Mods und Rocker gepflegt die Parkas respektive Kutten ausgeklopft haben. Seit dem dürfte es im südenglischen Seebad eher ruhig zugehen, wenngleich in den letzten Jahren eine beachtliche Indierock-Kultur entstanden ist. James Malplaquet, Kopf der unglücklichen Reichen, scheint jedenfalls ausreichend Zeit zu finden, neben einer Tätigkeit als Lehrer für Sound-Design und Gesang diverse musikalische Projekte anzugehen. Da gab es die Projekte Shoreline und Willkommen Collective sowie das Chillout-Outfit Bonobo. 2006 gründete er mit dem Cellisten und Pianisten Will Calderbank zudem die Band Grape Authority.

 

Emotionen: Aber ja!

Deren Electronica-Elemente sind bei The Miserable Rich abhanden gekommen. Mit Lightspeed Champion-Violinist Mike Siddell, Bassistin Lindsey Oliver und Gitarrist Jim Briffet von Clearlake machen Malplaquet und Calderbank etwas, das dem Begriff Kammerpop wohl ausreichend gerecht wird. Trotz klassischer Instrumentierung bewegt man sich im Format des Popsongs, atmosphärisch melancholischen Singer-/Songwriter- bzw. Folkalben nahestehend. Rufus Wainwright, Antony sowie diverse Neofolkies haben wohl etwas losgetreten, was nicht mehr zu stoppen ist: Neben urmännlichem Gitarreschrubben und unterkühltem Laptopgefrickel ist mittlerweile ausreichend Platz vorhanden, die weibliche Seite im Manne auszuleben. Emotionen: aber ja. Seele: sicher! Und klassische Instrumentierung: warum nicht? Gewisse Parallelen zu dem gerade erst erschienenen Album von The Irrepressibles sind da nicht von der Hand zu weisen. Für alle, an denen das 2008er-Debütalbum ebenso wie die Coverspielereien (eine EP mit vier 80s-Klassikern sowie die Coverversion des Hot-Chip-Hits "Over And Over“) und die Auftritte im Vorprogramm von Isobel Campbell und Mark Lanegan vorbeigegangen sind: unbedingt mal reinhören! Und noch was: personelle Überschneidungen mit The Leisure Society gibt’s auch. Und deren letztjähriges Folkpop-Album "The Sleeper" ist ebenfalls sehr hörenswert!

 

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