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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:58

High Places: High Places vs Mankind

22.04.2010

Sternschnuppen und Raumsonden

Ähnlich wie auch Animal Collective versucht sich das Duo aus Brooklyn auf dem Album mit dem vielsagenden Titel „High Places vs Mankind“ an einer Vermählung des Künstlichen mit dem Natürlichen. Von BENJAMIN BORGERDING

 

Das Video zu „Longest Shadow“, einem Song vom neuen, zweiten Album von High Places, besteht aus vielen kurzen Einstellungen, die Sängerin Mary Pearson bewegungslos in stilisierten Posen zeigen: Mal zieht sie sich einen roten Pullover übers Kinn, mal eine grüne Kapuze über die Stirn. Dazwischen Einstellungen von Pflanzen, Blumen, Blüten, Früchten. Die Bilder haben eine fast blendende Klarheit, typisch für digitale Aufnahmen, und passen perfekt zu der Musik. Hinter Klängen und Bildern ist derselbe Wunsch nach Ursprünglichkeit und Reinheit spürbar. Es ist das Bemühen, zu einer verlorenen Natürlichkeit zurückzukehren - aber mit den Mitteln der Technik.

 

Auf der Veranda eines Hauses an einem See...

Ähnlich wie auch Animal Collective versucht sich das Duo aus Brooklyn auf dem Album mit dem vielsagenden Titel „High Places vs Mankind“ an einer Vermählung des Künstlichen mit dem Natürlichen. Weil die Natur Rhythmus ist – die Wiederholung und die Wiederkehr – ist bei der Musik von High Places der Beat aus dem digitalen Setzkasten immer das Herz eines Songs. Unter hellklaren Synthie-Schichten hypnotisches Puckern und ewigliches Wummern. Immer noch wird um das Feuer getanzt, auch wenn es nunmehr als Hologramm flackert. Von ausgesuchter Janusköpfigkeit auch die Verwendung "natürlicher" Samples: Der Computer spielt mit Kochlöffeln, Reissäcken und Vogelstimmen. Entsprechend das Hörerlebnis: Meistens in den Bann gezogen vom Feuertanz; selten jedoch auch abgestoßen von einer gewissen Antiseptik der Oberfläche.

 

Von rätselhaft unnahbarer und doch intimer Schönheit dabei die Stimme und die Melodien von Mary Pearson. Wo sie herkommen, wäre ich auch gerne. Auf der Veranda eines Hauses an einem See, in dem sich Sternschnuppen spiegeln – oder verglühende Raumsonden.

 

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