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Freitag, 25. Mai 2012 | 09:59

Unbunny: Moonfood

06.05.2010

Herzenssache

Ruheloser Folkie aus den USA schickt ab und an Postkarten. Manchmal nimmt er auch eine neue Platte auf. So schön, dass der Mond voll wird und die Herzen aufgehen. Von TOM ASAM

 

Unbunny ist das Alter Ego von Singer-Songwriter Jadrid del Deo, der seit 1996 einige Alben bei diversen Kleinlabels veröffentlicht hat. Vor zwei Jahren lizenzierte ein Hamburger Label sein (ursprünglich 2004 erschienenes) Album "Snow Tires" für Europa. Nun erscheint dort mit "Moonfood" das erste neue Material seit sechs Jahren. Warum unser Mann hier bestens aufgehoben scheint und warum er so lange für sein neues Album gebraucht hat, verrät uns eine Quelle, die hier – entgegen üblicher Gepflogenheiten - ausdrücklich zitiert sei: das „Produktinfoblatt“ zu "Moondog", verfasst von Jan Schewe, dessen Label nicht umsonst „Affairs Of The Heart“ heißt.

 

„Man konnte so seine Bedenken haben, von Anfang an. Er war kein besonders guter Gitarrist. Seine Auftritte waren wacklig. Er hatte die Staaten durchkreuzt und durchquert (...) Er ging der Verantwortung aus dem Weg. Kam zu Geld, verlor es wieder. Verliebte sich und wurde verlassen, kam ins Gefängnis und wieder frei (...) Er hatte sich vorgenommen ein paar gute Vorsätze in die Tat umzusetzen. Dort spürte ich ihn auf. Er arbeitete gerade als Reinigungskraft. Der Job tue ihm gut, sagte er (...) Gerade neulich erhielt ich eine Postkarte von ihm. Er ist schon wieder umgezogen (...) Er hat ein neues Album, will nach Europa kommen, braucht meine Hilfe. Ich bin kein Spielertyp, nie gewesen, doch setzte ich weiter Geld auf dieses longshot. Sind wir nicht alle ein wenig rastlos, ein bisschen roh. Ach was soll´s, ich versuche mein Glück. Was hab ich zu verlieren? I´m on a winning streak.

 

Zwischen Melancholie und Melodie

Besser kann man wohl nicht beschreiben, wie zwei Leute aufeinander treffen, denen Berufung wichtiger ist als Beruf. Egal wie schlecht es um die Musikindustrie im allgemeinen und den Tonträger im speziellen stehen mag: Neben stromlinienförmigen Sternchen und pickligen Senkrechtstartern wird es immer Reisende und Suchende geben, die ihre Sehnsüchte zu Songs werden lassen. Und es wird immer diejenigen geben, denen ähnliche Gedanken durch den Schädel gehen, auch wenn sie physisch hauptsächlich zwischen Couch und Schreibtisch reisen. Die dankbar sind für ehrlich anmutende Lofi-Popperlen und Folkschrulligkeiten.

 

Unbunny verwöhnt uns mit dergleichen, immer wandelnd zwischen Melancholie und Melodie. Mal nur mit Stimme und Akustikgitarre, ansonsten auch eher zurückhaltend instrumentiert. Man fühlt man sich an Künstler wie Lou Barlow oder Bon Iver erinnert. Und immer wieder - nicht zuletzt einer gewissen Ähnlichkeit in der Stimme geschuldet – an Neil Young zu besten Tagen. Dieser überzeugte in seinen letzten Alben allerdings vom Songwriting nicht in dem Maße, wie es Senor Del Deo tut. Definitiv der Gattung „Affairs Of The Heart“ zugehörig!

 

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06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
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20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

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