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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:00

Sennen: age of denial

27.05.2010

Die nächste Welle wird kommen

Nicht zu leugnen: Sennen sind eine solide Popband. Für den großen Durchbruch, den die britische Presse schon beim Vorgänger herbeischreiben wollte, wird es aber auch mit diesem Album nicht reichen. Von TOM ASAM

 

Der Bandname bringt uns dem Sound der aus Norwich stammenden Band auf zweierlei Weise näher. Sennen ist ein Songtitel der Shoegaze-Legende Ride auf deren EP „today forever“, auch zu finden auf der Nachpressung der Highlight-LP „Nowhere“ von 1990. Damit sind wir natürlich mitten drin, im Versuch der britischen Gazetten, auch in diesem Falle große Zeiten wieder heraufzubeschwören. Aber Sennen werden nicht die nächsten Ride oder My Bloody Valentine. Zum einen hinkt der Vergleich, da auf "age of denial" von großen Gitarrenwänden wenig übrig ist, zum anderen bleibt das Songwriting über weite Strecken im konventionellen Mittelfeld stecken.

 

Von Westküste zu Westküste

Vieles erinnert an die beliebte Variante, späte 60s-Westcoast-Einflüsse in schrammelige 80s-Indie-Verpackung zu überführen. Hier allerdings ohne eine weiter erwähnenswerte Produktion und vor allem ohne große Ohrwürmer, mal abgesehen von „With You“, dem klaren Gewinner des Albums. Mehr davon und man könnte den Vergleich mit Teenage Fanclub, der im Zusammenhang mit Sennen gerne auftaucht, tatsächlich ernst nehmen.

 

Letztlich ist der Bandname passend, weiß man, dass Sennen auch einen im äußersten Westen des englischen Festlandes liegenden Ort und die dazugehörige, bei Surfern beliebte Bucht bezeichnet. Wie die Landschaft Cornwalls können sich auch Sennen nicht recht entscheiden. Zwischen lieblichen Sandbucht-Songs und rauen Steilküstengitarren bleibt das Gesamtbild unberechenbar und das Warten auf ein durchgehend überzeugendes Album ungewiss wie das Verharren der Surfer in der Bucht. Die nächste Welle wird kommen, ob sie Sennen mitträgt bleibt fraglich.

 

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