I-Tüpfelchen auf dem Aschehaufen des verbrannten Hipsterguts
Das Cover beschert schon mal einen ersten Schwindelanfall und veranlasst zum schnellen Wenden der Tonträgerverpackung. Auf der Rückseite fällt die Schrift-Typo des Albumtitels „Foreigner“auf. Erinnert sehr stark an das Logo der gleichnamigen Band zu Zeiten ihres kommerziell erfolgreichsten Albums. Das Zitieren des völlig Uncoolen als I-Tüpfelchen auf dem Aschehaufen des verbrannten Hipsterguts! Foreigners 85er-Album heißt "Agent Provocateur" - die Bezeichnung für jemanden, der andere zur Untat anstiftet. Und wie es sich für gute V-Männer gehört, sind auch Sebastian Blume, Jan Philipp Janzen, Phillip Tielsch und Christopher Marquez stets dabei, sich einer bestimmten Szene anzunähern, um bereits Geschehenes durch neue Taten ans Tageslicht zu bringen. Diesmal sind sie mit einigen Fläschchen „Scotch & Chablis“ im Transeuropa-Express unterwegs. Sie besuchen Jean Michel im Ashra-Tempel, treffen auf Michael Rother und Klaus Schulze, bevor sie sich frisch gestärkt in ferne Weiten beamen, um mit Ralf Hutter “natural antimatter“ auf der dunklen Seite des Mondes zu sammeln. Dabei steht der eigene Spaß stets im Vordergrund. Obwohl die Taten der Verdächtigen alle nicht verjährt sind, wollen sie niemanden dingfest machen, sondern nur das ganze Space-Kraut selbst einsacken und im Stil der alten Soundgauner losjucken. Damit werden sie wohl wenig Ruhm einfahren und foreigners bleiben. Wen kümmert´s? Wer sich mit auf diese retro-futuristische Spacereise im beeindruckenden Soundgewand mit der Extrabrise Groove machen will, wird es keinesfalls bereuen!