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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:03

Toog: Goto

24.06.2010

Traffic Jam: Pfeif drauf!

Buntes, musikalisches Poesieabum eines Nordfranzosen, der sich sich um übliche Genre-Zuordnungen und mögliche Zielgruppen erfrischend wenig schert. Von TOM ASAM

 

Go to Togo sollte diese Album ursprünglich einmal heißen. Toog bedeutet im Niederländischen sowohl Soutane (Toga) als auch Theke (Schanktisch). Nun stelle ich mir jemanden vor der in der Toga durch Togo marschiert und an der ein oder anderen Theke pausiert. Was das mit der Musik auf Goto zu tun hat? Gilles Weinzaepfen, so der Name des Mannes unter der Soutane, lässt seinen Ideen und musikalischen Assoziationen Platz zur Entfaltung.

 

Der Sinn dahinter mag sich zunächst einmal nicht erschließen, ruft aber Bilder und Emotionen hervor. Wie in einem Notizbuch sammeln sich verschiedenste Skizzen und Ansätze an. Geräusche, Töne und Worte fügen sich letztlich zu einer Einheit, die nicht stringent geplant, jedoch auch nicht willkürlich erscheint. Gilles aka Toog ist nicht nur Musiker, sondern auch Poet und Filmregisseur. Vor zwei Jahren drehte er mit „prelude a sommeil“ eine Dokumentation über den französischen Elektronik-Pionier Jean-Jaques Perry, der 1966 mit Gershon Kingsley ein Album Namens The In Sound From Way Out  auf Vanguard veröffentlichte – ein Albumtitel, den die Beastie Boys auch toll fanden!

 

A lot of work - und jede Menge Spaß!

Wie bei den Dreharbeiten zu einem Doku-Film sammelt Toog Material, beschreibt bestimmte Begebenheiten und fügt durch seinen eigenen Stil etwas Persönliches hinzu. Das Ergebnis wirkt trotz eines künstlerischen Ansatzes und einer zunächst scheinbar fehlenden Zielausrichtung spannend und entspannt zugleich. Nicht zuletzt da Toog nicht nur über ausreichend Phantasie zu verfügen scheint, sondern auch den nötigen Humor mitbringt. So treffen in „My house“ Klaviermelodien auf Türenschlagen und Renovier-Geräusche.

 

“There is a lot of work in my house“ kommentiert Toog diese musikalische Ideensammlung. Im Opener „Traffic Jam“ prallen Autohupen auf munteres Gepfeiffe, unterlegt von der  Bemerkung „My favourite jam – traffic jam!“ Wohl bekomms! Ein Album, dem man offen begegnen und etwas Zeit zur Entfaltung geben sollte. Dann entwickelt sich das Gefühl, einem alten Bekannten zu begegnen, der sich unerwartet entwickelt hat. So wie Gilles feststellte, dass sich hinter Toulouse Low Trax (dessen Album „Mask Talk“ ebenso auf Karaoke Kalk erschienen und hier besprochenen ist) sein alter Kumpel Detlef Weinrich verbirgt, mit dem er früher im Schweiz/Deutsch/Französischem Grenzgebiet die Clubs unsicher machte.

 

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