Freitag, 25. Mai 2012 | 10:03

Teenage Fanclub: Shadows

01.07.2010

Alter Schotte

Man muss kein Teenager sein, um sich zu denken: „Man müsste einen Teenage Fanclub-Fanclub gründen!“ Von TOM ASAM


 

Seit rund zwanzig Jahren beschenken Teenage Fanclub ihre Fans mit Alben voller schillernder Songperlen, gefischt aus fetten Austern aus den Tiefen der Popozeane. Huldigten sie in ihren Anfangstagen noch bratzigen Gitarren im Stile von Jesus and the Mary Chain (ja, auch aus Schottland!), begannen sie bald mit Essenzen der großen B´s (Beatles, Byrds, Beach Boys) an der Mixtur des perfekten Popsongs zu tüfteln. Damit waren sie nicht die Ersten – und natürlich nicht die Letzten: die Nada Surfs und The Shins dieser Welt haben ähnliche Einflüße. Und sie sind vielleicht sogar Teenage Fanclub Fans!

 

Vier B´s - und doch keine Big Stars

Dass Teenage Fanclub größere kommerzielle Erfolge verehrt blieben (und damit sind sie eher vergleichbar mit dem in diesem Kontext auch erwähnenswerten vierten B für Big Star), mag unterschiedliche Gründe haben. Zur falschen Zeit am -äh- falschen Ort? Zu wenig „Bandwagonesque“? Oder ist es der Verzicht auf Popstargehabe, der auch andere tolle schottische Bands wie Belle and Sebastian, Mogwai, Aereogramme oder The Delgados von vergleichbaren Musikern aus London oder New York unterscheiden mag?! Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass sich hier gleich drei Bandmitglieder als Songwriter austoben, was auf Kosten der Stringenz geht und dafür sorgt, dass die Alben selten auf Anhieb zu 100% überzeugen?

 

Egal, all das macht die Band - die letztlich vielleicht mit ihrem Status auch völlig zufrieden ist - nur sympathischer. Auf Shadows geht es – anders als der Titel vermuten lässt, fast etwas zu luschig und sonnig zu. Doch auch ein Haufen „einfach nur guter Songs“ ohne große Haken und Ösen und teils auch ohne allzu großen Wiedererkennungswert ist wieder einmal Kaufanreiz genug, wenn sich dazwischen Songs wie Baby Lee einreihen, die dem ganz großem Wurf einfach gefährlich nahe kommen und jedem Fan klassischen Pop´s unabhängig vom Alter ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern! Der Fanclub braucht und findet immer wieder neue Mitglieder!

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...