All I ever wanted was my story to be told
Miss Arulpragasam fühlt sich trotz ihrer Popularität nicht immer wohl in ihrer Haut und sie weist – gerne unter Bezugnahme auf ihre eigene Geschichte – auf politische und soziale Missstände hin. Das Video zu "Born Free“, das wegen der Teils drastischen Darstellungen von Gewalt bereits nach wenigen Stunden von Youtube gelöscht wurde, zeigt die Verfolgung von Rothaarigen als Beispiel für Rassismus und staatliche Unterdrückung. Der Song lebt übrigens von einem brachialen Sample des Songs „Ghost Rider“ der NYC-Legende Suicide, dessen Klasse sich auch Trentemöller schon zu Nutzen machte.
Ärger wegen M.I.A.-Videos machten schon in der Vergangenheit MTV. Auf „Sunshowers“ passte denen die Aussage „like PLO I don´t surrender“ nicht, bei dem Knaller „Paper Planes“ war man sich nicht zu blöde, das Kernstück des Songs - das Sample eines Schusses- als jugendgefährdend zu monieren. Das Dilemma ist, dass derartige Provokationen und die Gegenreaktionen natürlich medienwirksam und Umsatz steigernd sind. Ob es nun subversiv ist, gewisse Themen aufgrund bzw. trotz seiner Popularität anzusprechen oder eine Strategie um M.I.A. als agile junge Frau mit global-revolutionärem Kämpferimage – quasi als eine Anti-Gaga - breit aufzustellen, kann letztlich in der Komplexität der Dinge nicht immer trennscharf bleiben.
Sicher ist: Diese junge Frau hat glaubhaft und unmittelbar schlechte Erfahrungen mit Obrigkeiten und Vorurteilen gemacht und zurecht gerne mal einen dicken Hals. Das muss einfach raus: „All I ever wanted was my story to be told!“ Ebenso sicher: Auch ihr drittes Album hat den nötigen Touch der Frische und Power ursprünglich aussagekräftiger Musikrichtungen wie Punk und Hip Hop, welche die verwirrende und oft bohrend langweilige Unterhaltungslandschaft der Jetztzeit oft vermissen lässt. Es ist sogar um einiges sperriger als der Vorgänger. Nein, eigentlich führt kein Weg an „Maya“ vorbei!
