Ein 26-Jähriger schreibt sich seine Seelenpein mittels puristischer Kompostionen vom Leibe, nimmt die reduziert instrumentierten Stücke selbst auf und malt ein passendes Cover mit Wasserfarben dazu. So weit nicht ungewöhnlich. Das erstaunliche ist, dass das Debutalbum von Mike Hadreas aka Perfume Genius es schafft, in diesem lauten, aufgeregten Business wahrgenommen zu werden. Das liegt wohl daran, dass den überwiegend aus Mike´s hoher, zerbrechlicher Stimme und Pianoklängen bestehenden Aufnahmen eine seltene Unmittelbarkeit innewohnt, welche den Hörer augenblicklich gefangen nimmt. Sie treffen einen unvorbereitet aus einer unbestimmten Ferne, wie eine Flaschenpost mit vor langer Zeit verfassten Gedichten. Sein ganzes Leben habe er damit verbracht, sich vor den Dingen zu verstecken, die ihm, seinen Freunden und seiner Familie widerfahren sind, erklärt Hadreas den Drang, Erfahrungen via Musik zu verarbeiten. Man kommt nicht umhin, diese Textzeilen aus Mr. Peterson zu zitieren:
He let me smoke weed in his truck / if I convinced him I love him enough (…)
He made me atape of Joy Division / He told me there was part of him missing
When I was 16, he jumped of a building