Mit Stay Gold legen Pony Up erst ihre dritte Veröffentlichung seit der Gründung in der Silvesternacht 2002 vor. Und Geduld lässt nicht nur Rosen blühen sondern auch Songperlen wachsen. Zwischenzeitlich war die Band aber nicht untätig. Eine ausgedehnte Australientour im Jahr 2006, das gelobte Debüt „Make Love To The Judges With Your Eyes“ aus dem Jahr 2007 sowie eine Tour mit den Mountain Goats im Jahr 2009 stehen in der Biographie. Temporär haben Lisa Smith (Bass) und Laura Wills (Keyboard) auch die Tourband vom Kollegen Murray Lightburn und seinen The Dears verstärkt. Durch den Rauswurf von Camilla Wynne Ingr verhalfen sie dem Montrealer Künstler Spencer Krug (Wolf Parade) sogar zu einem neuen Mitglied für sein Artrockprojekt Sunset Rubdown. Die Damen sind also gut in der Szene Quebecs unterwegs und verstehen ihr Tun also nicht als reinen Zeitvertreib. Vielleicht klappt es ja auch mal mit einem Abstecher nach Europa um die hiesigen Indiefans von der Bühne aus mit den neuen Songs zu überzeugen.
Die zehn reduziert arrangierten und zurückhaltend instrumentierten Songs sind zwar schon im Frühjahr 2008 aufgenommen worden, kommen aber hierzulande erst jetzt zur Veröffentlichung. Im Mittelpunkt stehen die Stimmen und Gesangsharmonien der beiden Sängerinnen Sarah Moundroukas und Laura Wills, mal solo, mal im Duett aber immer eindringlich und prägnant. Joni Mitchell könnte am ehesten als Vergleich durchgehen. Exzentrik oder schrille Egos wird man hier nicht finden, schwarzen Humor und Ironie in den Texten dagegen schon. Mit Unnötigem halten sich die Kanadierinnen nicht lange auf und so ist nach knappen 37 Minuten das Pony auch schon von der Weide. Ich hoffe mal, nicht wieder für mehr als zwei Jahre.