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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:05

Tired Pony: A place we ran from

26.07.2010

How far can u go?

Die Bezeichnung “Supergroup” ist bei großen Namen in etwa so sexy wie der Zusatz „Bandwettbewerb-Gewinner“ bei lokalen Nachwuchsgrößen. Beides verspricht allzu oft langweilige Hausmannskost. Das vorgeblich müde Pony trägt jedoch deutlich weiter als zu befürchten!  Von TOM ASAM

 

Es ist nicht das erste Mal, dass Gary Lightbody, Sänger von Snow Patrol, und Peter Buck, Gitarrist von R.E.M. zusammenarbeiten. Nun haben sie mit A place we ran from als Tired Pony sogar eine ganze Platte zusammen aufgenommen. Und  sie haben dafür weitere namhafte Mitstreiter um sich geschart wie Drummer Richard Colburn (Belle & Sebastian), Tom Smith of Editors-Fame sowie M Ward. Letzerer war mit seinen gelungen Veröffentlichungen auch schon dem Indie-Kronprinzen der Nullerjahre, Conor Oberst, positiv aufgefallen - was eine Einberufung in dessen Monsters of Folk (-Supergroup!) zur Folge hatte. Zusammen mit der Sängerin Zooey Deschanel hat M Ward unter dem schlichten Namen She & Him zudem zwei weitere Alben aufgenommen. Grund genug, auch Zooey mal am Pony schnuppern zu lassen.

 

Zeitlose Popsongs - tolles Album!

Wer bei dem Namen Snow Patrol zunächst etwas erschrocken ist, weil er seinen Pop nicht ganz so weichgespült mag, dürfte anhand der Tierfreunde um Mr. Lightbody schon mitbekommen haben, dass es hier nicht um ein Album geht, das zwingend auf Airplay und ganz große Verkaufszahlen setzt. Und, anders als bei vielen anderen sogenannten Supergroups, steht hier glaubhaft der Spaß an der Musik im Vordergrund. Der Snow Patrol-Sänger hatte wohl Lust auf etwas Abwechslung und ließ sich dabei nach eigener Aussage von Americana-Größen wie Wilco, Lambchop oder Smog inspirieren.

 

Herausgekommen sind letztlich zeitlose Popsongs mit genug Tiefgang und melancholischer Grundstimmung. Eingespielt übrigens in ganzen acht Tagen! Große Namen hin, side project her, A place we an from ist ganz einfach ein tolles Album geworden. Mein Favorit ist der Track „I am a landslide.“ Vielleicht weil  mich die Zeile „I´m a landslide waiting to fall“ sofort an zwei andere, tolle Songs erinnert hat: „Landslide“ vom zweiten und letzten Album der sträflich übersehenen Unbelievable Truth von Andy York, Bruder des Radiohead-Sängers, aus dem Jahre 2000. Und „Red“ vom Elbow-Debut mit der Zeile “I´m a tragedy starting to happen.“ Hoffentlich wird das müde Pony durch die zu erwartenden begeisterten Zurufe, die Kraft für einen zweiten Ritt aufbringen!

 

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