TATORT (ORF) - Kein Entkommen (05.02.2012) Zum Tod der Literatur-Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska Ralf König: Der dicke König Digitaler Rückblick: Januar 2012 Zwei Jahre Digitale Spiele bei TITEL-Kulturmagazin Kernnzeichen T - 27.01.2012
Donnerstag, 09. Februar 2012 | 08:56

Nils Koppruch: Caruso

12.08.2010

Und weil´s möglich ist ...

Der Hamburger Junge macht auf seinem neuen Album einiges anders und vieles richtig. Der optimistische Grantler Nils Koppruch kommt mit seinem zweiten Solostreich Caruso übern Deich. Von DAVID EISERT

 

Die alte Band ist endgültig Geschichte und das Brechen mit lieben Traditionen setzt neue Kräfte frei. Schon die Aufmachung der CD sticht ins Auge. Wurde früher eine Veröffentlichung aus dem Hause Fink bzw. Koppruch mit einem liebevoll-künstlerischen Cover versehen und kryptisch betitelt, geht es 2010 ohne großes Rumgedaddel zur Sache: fettes schwarz-weiß Portrait im besten ‚Hamburg-Horn Homie-Style‘ vorne drauf und für den Plattentitel steht ein Künstler Pate, der zu den Größten seiner Branche zählt. Zurückhaltung geht anders - wäre aber auch überhaupt nicht angebracht. Denn der Inhalt kommt sehr überzeugend und selbstbewusst ums Eck.

 

Traurig ist es auf der Welt - es müsste anders sein ...

Die Musik bietet all jenes, was Fink über die Jahre schon so unwiderstehlich gemacht hat und irgendwie als Folk Noir bezeichnet wird. Koppbruch hat mit seinen Freunden und Gastmusikern im Studio die Brillanz des richtigen Maßes getroffen. Zusammen bereiten sie einen wohligen Klangteppich aus Folk, Country, Bluegrass, Blues, Americana oder Swing für die Episoden, die Koppbruch mit seiner unverwechselbar sonoren Stimme vorträgt. Der Grundton ist in Moll aber die Stimmung ist nicht hoffnungslos oder gar fatal. Im Gegenteil. Das Grau hat viele Töne und eine Geschichte muss ja nicht unbedingt wahr sein, sie muss gut erzählt werden. Und im Umgang mit der Sprache gehört der Musiker und bildende Künstler Koppruch zu den Großen im Lande. Das Leben, die Liebe mit all ihren Zwischentönen, Tücken und Fehlern bieten Inspiration genug für scheinbar mühelose Zeilen über das ‚Aufhören mit guten Gewissen’ (Hamburger Berg) oder das ‚Verrückt nach Liebe sein’ (Verrückte Liebe). Ich find’s großartig, freu mich auf die Konzerte im Spätsommer und mach zu Die Aussicht noch nen kleinen Stehtanz in der Diele.

 

Hier noch die aktuellen Tourdaten:

19.08. Hamburg, Uebel & Gefährlich - Dachgarten
03.-05.09. Dresden, The Sound of Bronkow Festival
08.09. Mülheim a.d.R., Ringlokschuppen
09.09. Köln, Blue Shell
10.09. Frankfurt a.M., Das Bett
11.09. Reutlingen, FranzK
12.09. München, Ampere
13.09. Erfurt, Museumskeller
15.09. Berlin, Comet
16.09. Bremen, Lagerhaus
17.09. Münster, Sputnikhalle
25.09. Hamburg, Reeperbahnfestival
15.11. Jena, Rosenkeller
16.11. Stuttgart, Zwölfzehn
18.11. CH - Bern, Café Kairo
19.11. CH - St. Gallen, Grabenhalle
20.11. Kaiserslautern, Kammgarn

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Starke Blogperformance

Sven Regener erhält für die Lektüre seines Internet-Tagebuchromans Meine Jahre mit Hamburg-Heiner den Deutschen Hörbuchpreis als »Bester Interpret«. Der ...

Wenn ich König von Deutschland wär ...

Ralf König ist mehr als nur Milieuchronist. Er ist einer der größten deutschen Comic-Autoren. Der Prachtband Der dicke König würdigt ihn erstmals in angemessenem ...

Bonsoir Tristesse

Jean Cayrol gehört zu den großen Unbekannten der französischen Nachkriegsliteratur. Sein Roman Im Bereich einer Nacht (L'espace d'une nuit) erschien ...

Life and Death of a Hollywood Extra

»Rede!« – »Ich werde nichts sagen!« Blitz! Schock! Flackern! Noch höher drehen die russischen Schurken die Stromzufuhr des ...

Schweizerinnen auf dem Vormarsch?!?

Wer fällt Ihnen ein, wenn Sie an starke Schweizer Frauen denken? Wenigstens irgendeine Frau? Frau? Fühlen Sie sich nicht zu schlecht, wenn Ihnen zu dem Land, in dem die Frauen erst 1971 ...