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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:10

Eels: Tomorrow Morning - ab heute erhältlich!

20.08.2010

Ab jetzt wird es einfach nur gut

Nach weniger als 15 Monaten beendet Mark Oliver Everett, besser bekannt als "E", mit Tomorrow Morning seine Konzeptalben-Trilogie und fügt dabei Aspekte früherer Alben zu einer symbiotischen Symphonie zusammen. Von DANIEL WÜLLNER

 

Es sollten keine großen Allegorien oder Parabeln auf die Gesellschaft werden. Stattdessen hat der Frontmann der Eels in seinen letzten beiden Alben zwei Gefühlszustände aus allen Perspektiven musikalisch beleuchtet und interpretiert: das atemlose Verlangen des Davor in Hombre Lobo und der schier unüberwindbare Verlustschmerz des Danach in End Times. Am Ende dieser Odyssee steht mit Tomorrow Morning ein einfaches Glücksgefühl, eine Ausgeglichenheit, die musikalisch zum Sich-Auflösen einlädt.

 

Elektronische Transzendenz

Tomorrow Morning ist die Reise zu einem Ort des Glücks, an dem alle Sorgen von einem abfallen. Doch die Auflösung kommt zu früh: Bereits auf der ersten Station des Weges ("I'm a Hummingbird") droht "E"s Stimme sich in einen elektronischen Kolibri zu verwandeln und uns mit dem Orchester allein und unerleuchtet auf der Bühne zurückzulassen. Doch dann brechen ganz unvermittelt zwei elektronische Oden an die Weiblichkeit durch das transzendentale Dickicht der ersten drei Songs und verpflichten The Man called E gefälligst weiterzusingen. Diese beiden Songs ("Baby loves me" und "Spectecular Girl") sind der eigentliche Treibstoff durch den so viele Songs der Eels angetrieben werden, dem gleichen Gefühl auf das in Hombre Lobo gehofft wird und dem in End Times nachgetrauert wird.

 

Symbiotische Symphonie

Der perfekte Augenblick an dem "E" einlädt, sich im vollendeten Glück einfach mit ihm aufzulösen, trägt den simplen und gleichsam prophetischen Titel "This is where it gets good". Auch wenn das leise Rauschen einer Schallplatte zu Beginn des Songs ein Gefühl von Nostalgie aufkeimen lässt und nach Sehnsucht schreit, wird dieser Wunsch nach wenigen Sekunden von einem überpräsenten Bass-Beat unterbunden. "E"s Kolibristimme ist zwar schwächer geworden, aber schafft es dennoch all seine alten Ideen noch einmal zusammenzurufen: seine überschwänglichen Versuche die Welt zu erklären, seine melancholischen Balladen auf Daisys of the Galaxy, aber auch die elektronische Wütereien auf Souljacker.

 

Auf einmal scheint alles Sinn zu machen: Klarinetten treten einen Schritt in den Hintergrund, um dem massiven Beats den Vorrang zu lassen, elektronische Bässe machen ohne zu zögern genau im richtigen Moment Platz für die Streicher. Endlich gelingt die Symbiose der gegensätzlichen Gefühlswelten und es wird Zeit sich in einer niemals endenwollenden Schleife von "This is where it gets good" aufzulösen, denn besser als jetzt wird es garantiert nicht mehr.


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