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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:10

Rooney: Eureka

19.08.2010

West-Coast-Pop-Rock

Die ehemaligen Teenie-Mates werden erwachsen, stöbern aber immer noch begeistert in der Plattensammlung der Eltern. Vintage-Sound ohne Kanten und nötiges Profil. Von TOM ASAM

 

Zugegeben, irgendwas sträubte sich in mir, mich diesem Album zu widmen. Der Name, der mich abwechselnd an den Kicker von der Insel und aus irgendwelchen Gründen an das nervige „Ruby, Ruby, Ruby“ von den Kaiser Chiefs erinnert? Die Tatsache, dass ich Rooney – ohne mich bewusst an etwas von ihnen zu erinnern - im Hinterkopf als typisches Mainstreamradio-Futter abgespeichert habe? Die mich nicht ansprechenden Cover der Vorgängeralben, und schließlich das völlig unsägliche aktuelle Cover? Während ich mir die CD anhöre, versuche ich vergebens all das zu vergessen. Teils tief in die 60´s-getünchtes Liedgut, dass in seiner glattpolierten Ausführung allerdings an Namen der 70er und 80er denken lässt. Der Opener „Holding on“ ruft Tom Pettys erfolgreichste Tage ins Gedächtnis. Dazu gibt´s Power-Pop der Marke The Cars, aufgepimpte Beatles-Melodien („only Friend“, „Into the blue“) und allerlei mehr, sehr vertraut klingendes.

 

Alles gut gemacht und mit einem phantastischen Sound ausgestattet! Aber irgendwie haben Rooney die Chance verpasst, auf ihrem ersten nicht auf einem Major-Label veröffentlichtem Album etwas zu riskieren oder für etwas Ecken und Kanten zu sorgen. Wollen sie aber vielleicht auch gar nicht. So bleibt Eureka im Gegensatz zu aktuellen Alben manch anderer retro gewandten Band, nur ein nettes, gut produziertes Gutelaunealbum, das wirkt wie eine Compilation. Für OC-California-Fans und Leute, denen zu viele Tonträger nur im Weg umgehen, sicher keine schlechte Wahl. Im Gegensatz zum Mainstreamradio muss man hier kein nerviges Gequatsche zwischen den, den ewigen kalifornischen Traum beschwörenden, Nettigkeiten ertragen. Dafür das Cover!

 

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