Unglaublich, was die Schreiberlinge aus dem Interpol-Soundpool so alles raustauchen. Das neue Album wird tendenziell im Vergleich zum Vorgänger und zum Doppelpack der gerne in einem Aufwasch betrachteten ersten beiden Alben bewertet. Und da wird sehr genau hingehört. Formelhaftigkeit bei den ersten beiden Alben, kleine Experimente beim dritten. Und jetzt: klare Zweiteilung des Albums, gedrosseltes Tempo, keine Midtemposongs, ein in sich geschlossenes Album – etwas widersprüchliche Ergebnisse. Aber in allen Fällen wird hier einem vergleichsweise unspektakulären Aktionsradius einer Band so viel Aufmerksamkeit geschenkt, dass man sich ein bisschen was davon aufgehoben wünschte, für Bands die wirklich was riskieren. Nicht, dass ich was gegen Interpol hätte, im Gegenteil. Aber auch wenn es kleine Variationen im Klangbild gibt, scheint mir das Ganze doch etwas ausgereizt! Das hat der Bassist Carlos Dengler wohl erkannt – er hat die Band im rechten Moment verlassen.