Im Zweifel für den Zweifel
„Wo fängt dein Himmel an“, das Debut des Stuttgarter Sonschreibers, schaffte es bereits in die Charts. Und bis nach „Toulouse“ wird ihn noch viel weiter bringen als in die Charts oder nach Frankreich. Von Authentizität zu sprechen ist – vor allem in dieser Branche – immer etwas zweifelhaft. Also nennen wir es anders: Poisel ist mutig. Er nutzt seine etwas eigene, nuschelige Aussprache und macht sie wie selbstverständlich zum Markenzeichen, er beschriebt in relativ einfachen, aber berührenden Sätzen Situationen und Gefühle, die persönlich wirken – in seiner Muttersprache. Liebe, Freundschaft, Freiheitsdrang.Leben.Es scheint ihm egal zu sein, ob und in welche Schublade wer auch immer das Ergebnis stecken möge. Und obwohl er all dies scheinbar so zielsicher wie souverän tut, offenbart er in seinen Texten die Alltäglichkeit des Zweifelns ohne in Gejammer auszubrechen.Im Vergleich zum Debut stecken bei genauerem Hinhören funkelnde Details in den Arrangements, die sehr schnell eine große Sogwirkung entwickeln. Da muss man - völlig ironiefrei – attestieren: ein wunderschönes Popalbum für die ganze Familie. Mit jeder Menge Potential für Gänsehaut und Tränen, Lächeln und Träumen.

