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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:29

Gecko Turner: Gone down south

21.09.2010

Der Afrobeatnik geht nicht nur nach Süden

Gecko Turners Musik klingt genau nach den Orten, wo man schon immer mal Urlaub machen wollte. MIRJAM STUTZMANN packt die Koffer.

 

Sicherlich auch nicht das falsche Konzept, wenn es darum geht Musik zu machen, die die Leute schließlich kaufen möchten um zu Hause ein bisschen Urlaubsgefühl wieder aufkochen zu lassen. Die Karibik und Afrika decken den einen Teil der Reiseroute ab, der andere bleibt dann noch für den Jazz, für Motown und den Funk im New York der 70er Jahre übrig. Soweit die Reisepläne.

 

Um es schon mal vorneweg zu sagen: Es lassen sich einige Songs auf der CD finden, das es tatsächlich fertig bringen könnten, die Winterdepression kurz zu unterbrechen. Dass ein Album aber immer die ganze Bandbreite des künstlerischen Schaffens abbilden soll, das ist manchmal schon ein bisschen viel verlangt. Nicht unbedingt für die Musiker, aber von den Hörern schon.

 

Ab in die imaginäre Hängematte

Immer wieder muss man als Hörer die Sprünge von einem Genre zum nächsten mitmachen, die leider mehrmals das zurückgelehnte Zuhören unterbrechen, das einen doch gerade in der imaginären Hängematte halten sollte. Ab und an mal aufstehen, ein gekühltes Getränk mixen, dazu kann man hervorragend ein funky „Tee time“ hören, dann wird es aber wieder Zeit, sich zu setzen und zustimmend zu „You can’t own me“ zu nicken, das ungefähr so klingt als würde man Two Step auf Reggae tanzen. Man schwelgt zum souligen, äußerst gut gelaunten „Truly“ und kippt einen kubanischen Rum zu „Cuanta suerte“. Soweit noch nicht genug. Dann noch die Reise nach Afrika zu „Mbira bira“ und wieder zurück ins funkige New York. Die Devise, dass man für Reisen, zumal es sich ja auch noch um Fernreisen handelt, etwas mehr Zeit einplanen sollte, wäre nicht verkehrt gewesen.

 

Party mit dem Afrobeatnik

Gecko Turner, der Mann den man Afrobeatnik nennt, ist aber einer von denen, die für die Musik leben. Ursprünglich kommt er aus Badajoz in der kargen spanischen Extremadura-Landschaft vor der Grenze zu Portugal. Er hat in U-Bahnen gesungen, ist durch die Welt getingelt und wieder nach Spanien zurückgekehrt. Er singt auf englisch, spanisch und portugiesisch und trotzdem muss man jeden Vergleich mit Manu Chao, mag er sich auch noch so anbieten, sofort wieder vergessen. Gecko Turner geht es um die Suche nach dem richtigen Mix, der ausgewogenen Balance der verschiedenen Rhythmen und Stile, eine politische Botschaft sucht man vergeblich, dazu sind seine Videos auch allesamt einfach zu eindeutig auf gute Laune ausgelegt. Sommer, Sonne, Bikini, Bacardi, alles deutet auf das Leben als eine große worldwide Party hin.

 

Gecko Turners Musiker kommen aus aller Herren Länder und auch bei den Aufnahmen zum Album „Gone down south“ kann ein Ort nicht genügen. Die Tonstudios haben sie in Badajoz, Madrid, Kalifornien, Texas und London angesteuert. Und es hätte noch viel mehr Länder und Stile und Musiker gegeben, aber irgendwann würde selbst dem Afrobeatnik die Vielfalt zu viel werden.


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