Stellten Tocotronic kürzlich noch die These auf, dass man lieber nur die ganz essentiellen Dinge wie die spontane Selbstentzündung oder das Eigentor selbst macht, kommt Lloyd Cole eindrucksvoll mit der Antithese ums Eck. Desillusioniert von der spackigen Musikindustrie arbeitet er seit Jahren lieber ganz alleine und ist damit leidliche zufrieden. Säuft schließlich kein anderer das karge Backstagebier weg und mit blutleeren Businessgesichtern hat man auch nichts mehr am Hut.
Diese Scheibe ist ein Eigengewächs durch und durch, selbst die Kohle für die Produktion hat der Endvierziger zum großen Teil bei seinen Fans zusammengesammelt bzw. vom deutschen Tapete Label vorgestreckt bekommen. Trotz allem bleibt Rock’n’Roll ein Mannschaftssport und die Ideen, aus denen Broken Record entstanden ist, kommen aus eben jener Richtung. Eine Band für die Umsetzung ist dann auch schnell gefunden und die Proben laufen sehr geschmeidig. Neben Cole sind noch 11 weitere Leute an den Aufnahmen der 11 Songs beteiligt - wenn das mal kein Zufall ist! Zum Glück ist Cottbus gegen Karlsruhe gerade eben 5:5 ausgegangen, sonst wäre mir das ein Zufall zu viel. Wobei, das 11 Tor wurde fälschlicherweise nicht gegeben.