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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:29

Lloyd Cole: Broken Record

18.09.2010

A beat from a broken heart

Lloyd Cole hat nach zehn Jahren Solotour wieder Bock auf `nen vollen Proberaum mit haufenweise Krempel und leeren Biermollen. Ganz nebenbei bricht er auch noch die Lanze fürs Selbermachen. Von DAVID EISERT

 

Stellten Tocotronic kürzlich noch die These auf, dass man lieber nur die ganz essentiellen Dinge wie die spontane Selbstentzündung oder das Eigentor selbst macht, kommt Lloyd Cole eindrucksvoll mit der Antithese ums Eck. Desillusioniert von der spackigen Musikindustrie arbeitet er seit Jahren lieber ganz alleine und ist damit leidliche zufrieden. Säuft schließlich kein anderer das karge Backstagebier weg und mit blutleeren Businessgesichtern hat man auch nichts mehr am Hut.

 

Diese Scheibe ist ein Eigengewächs durch und durch, selbst die Kohle für die Produktion hat der Endvierziger zum großen Teil bei seinen Fans zusammengesammelt bzw. vom deutschen Tapete Label vorgestreckt bekommen. Trotz allem bleibt Rock’n’Roll ein Mannschaftssport und die Ideen, aus denen Broken Record entstanden ist, kommen aus eben jener Richtung. Eine Band für die Umsetzung ist dann auch schnell gefunden und die Proben laufen sehr geschmeidig. Neben Cole sind noch 11 weitere Leute an den Aufnahmen der 11 Songs beteiligt - wenn das mal kein Zufall ist! Zum Glück ist Cottbus gegen Karlsruhe gerade eben 5:5 ausgegangen, sonst wäre mir das ein Zufall zu viel. Wobei, das 11 Tor wurde fälschlicherweise nicht gegeben.

 

You want a change, you have to change

Das Ergebnis der knapp neunwöchigen Aufnahmesession klingt leicht, unangestrengt, harmonisch. Kein unnötiger Ton oder die Befriedigung eines Solistenegos stören die Songs. Banjo, Mandoline, Geige und die Steelguitar tupfen sensible Akzente. Keep it short and simple ohne das Wichtige zu vergessen, die Seele. Gentle und mellow legt sich die Musik unter die unverwechselbar warme Stimme von Lloyd Cole, dessen Themen immer noch die kleinen Stolpersteine des Lebens sind. Denn so ganz sollte man sein eigenes System dann doch nicht umstellen.


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