Tiefseetaucher mit musikalischen Perlen
Dem Film weiterhin treu (u.a. war er in Wes Andersons Tiefseetaucher zu sehen) lag es nahe, auch mal einen Filmmusik-Beitrag zu leisten. Beim Jamming für einen Song zu einem Salles-Film kam dann richtig Laune auf, und die beteiligten Musiker beschlossen, eine ganze Platte zusammen aufzunehmen. Das Ergebnis zeigt, das scheinbar alles, was dieser Mann anfasst von einer gewissen Qualität geprägt ist. Auf diesem Album sind ausschließlich Coverversionen verschiedensten Ursprungs zu finden. Passenderweise wird der Reigen eröffnet durch Errare humanum est, im Original auf einer Veröffentlichung aus dem Jahre 1974 vom Wanderer zwischen den brasilianischen Musikstilen, Jorge Ben, zu finden. Ein weiteres Highlight aus dem unerschöpflichen Fundus brasilianischer Klassiker: Saudosa Bahia vom einzigen Album von Norice Vilela aus dem Jahre 1968.
Dann haben wir aber auch Songs wie everybody loves the sunshine von Roy Ayers. Und zwei Stücke aus der Feder des Briten Ron Temperton, der unsterblich wurde indem er drei Songs für Micheal Jacksons Thriller schrieb. Hier haben wir neben Rock with you (von Jackson´s Off the Wall) noch Cala boca, menino, ursprünglich gesungen von Joao Danato. Und die Mischung wird noch interessanter: Girl you move me stammt von den Rare-Groove-Funkmonstern Cane and Able aus Frankreich (1973). Und dann folgt tatsächlich noch eine Version von Kraftwerks Model. Wahrscheinlich haben hier einfach vier Musiker die Chance genutzt, persönliche Favoriten auf einem Alben zu versammeln. Leider erfahren wir (zumindest auf der mir vorliegenden Ausführung) nicht mehr zur Idee hinter dem Album und zu den Originalversionen.
Mehr Informationen hätte ich auch gerne gehabt zum zeitlos ästhetischen Coverartwork. Aber sonst gibt es nichts zu meckern. Den Interpretationen ist eine gewisse Atmosphäre gemein, die sich zwischen einer gewissen Wärme einerseits und einem Hang zum Melancholischen andererseits bewegt. Die relativ schnörkellos interpretierten Stücke kommen kompakt und wirken auch bei gelegentlichen psychedelischen Anklängen nicht überladen.

