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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:32

Agnes Obel: Philharmonics

23.09.2010

Der Klang der Stille

MATHIAS BROSE lauscht dem Klang des Windes ...

 

Es beginnt mit einer einsamen Klaviermelodie. Sanft wie Rauschen von Blättern im bunt getupften Herbstwald schwebt sie anmutig von Wipfel zu Wipfel. Auf der Spitze der knorrigen Eiche wispert leise ein Uhu einen Namen: Agnes Obel.

 

Leise Schritte weisen uns den Weg in ihren „Wald“ namens Philharmonics. In ihm ist Agnes Obel vieles: Wind, Wasser oder Wiese, manchmal auch gleichzeitig. Alles was die grazile Dänin aus Kopenhagen dafür braucht sind sanfte Klaviertöne und eine zarte Stimme. In zwölf Stücken lernen wir ihren Wald dabei besser und besser kennen. So verschlägt uns „Riverside“ an einen kleinen Bergbach. Die träumerische Mehrstimmigkeit verführt dazu, die Augen zu schließen und nur dem Klang der Natur zu lauschen. In märchenhaften Blütenregen treibt uns dagegen „Just So“. Bekannt aus der Fernsehwerbung der Deutschen Telekom gelang Agnes Obel hiermit ein erster Erfolg.

 

Unvergänglich schön

Philharmonics lässt sich wirklich schwer zuordnen: Würde man es in die Schublade „Piano–Pop“ oder „Folk“ schieben, täte man diesem Album wirklich Unrecht. Agnes Obel schafft es mit einer überschaubaren Anzahl an Instrumenten Liedstrukturen zu schaffen, die man zurecht als zeitlos bezeichnen kann. Lediglich das Klavier zieht sich fortwährend wie ein „grüner“ Faden durch den Tonträger. Begleitet von Cello, Gitarre und zurückhaltenden Percussion – Elementen lädt Philharmonics zum Entspannen, Sinnieren und Träumen ein.

Womöglich prangt auch deshalb auf dem beigefügten Booklet des Albums die endlose Weite eines Nadelwalds - weg von Stress und Hektik des Alltags hinein in die Natur.

 

Agnes Obel hat hiermit ein Album geschaffen das sich nur mit zwei Wörtern beschreiben lässt: „unvergänglich“ und „schön“.


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