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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:33

Mavis Staples: You are not alone

23.09.2010

Gospel für Soulpop-Jünger

Jeff Tweedy of Wilco-Fame produziert ein Album mit der Soulgröße Mavis Staples. Halleluja! Von TOM ASAM

 

Mavis Staples gehört mit ihren 71 Jahren zu den routiniertesten, noch im Musikgeschäft tätigen Interpreten überhaupt. Die Familiengeschichte der Staples ist unter anderem eine Geschichte des Zusammentreffens von Gospelmusik und ursprünglichem Blues mit der umsatzorientierten Musikindustrie. Vater „Pops“ Staples war mit Legenden wie BB King und Muddy Waters befreundet und selbst begnadeter Bluesgitarrist. Zusammen mit seinen Kindern hat das Familienoberhaupt Gospelsongs in Kirchen gesungen. Als der Präsident eines Plattenlabels einen Auftritt sah, wollte er die Kinder unter Vertrag nehmen. Pops allerdings machte sich erst einmal mit den Regeln des Musikgeschäfts vertraut, bevor die erste Plattenaufnahme zustande kam. Die Familien-Band Staple Singers landete in den 60er und 70er Jahren einige große Hits und war die erste Formation, der es gelang eine Single mit einem Gospelsong eine Million mal zu verkaufen!

 

Ausgezeichnete Interpretin

Mavis Staples ist eine herausragende Vokalistin, die in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und mit einen Grammy Lifetime Achivement Award ausgezeichnet wurde. Als Solokünstlerin gönnt sie sich immer mal wieder Veröffentlichungspausen, kehrt aber stets zurück ins Rampenlicht. Ihre letzte Veröffentlichung war das hervorragende, mit Ry Cooder entstandene Album We´ll never turn back, in dessen Zentrum die große alte Lady, die Dr. King persönlich getroffen hatte, der Bürgerrechtsbewegung und deren Songs stellte. Schon damals wollte der erklärte Staples-Fan Jeff Tweedy mitmischen, was wohl aus zeitlichen Gründen nicht geklappt hatte. Diesmal übernahm er nicht nur die Produktion des Albums, sondern suchte auch zwölf Songs aus, die er Mavis vorschlug. Acht davon, darunter alte Gospelklassiker wie Creep along Moses und Wonderful Savior, die Pops seiner Tochter vor langer Zeit schon vorgesungen hatte.

 

Hinzu kommen Interpretationen von großen Interpreten wie Randy Newman, Allen Toussaint oder John Fogerty. Trotz der unterschiedlichen Quellen des Songmaterials wirkt das Album homogen. Das hat zweierlei Gründe. Natürlich die immer noch phantastische, nuancenreiche Stimme von Mavis Staples zum einen. Und irgendwie merkt man natürlich, dass dieses Projekt nicht nur von Vollprofis angegangen wurde, sondern gleichzeitig von Menschen, deren Herzblut in die musikalische Umsetzung von Themen fließt. Ein kleiner Nachteil mag sein, dass bei derartiger gegenseitiger Ehrbekundung Experimente vorsichtshalber ganz ausbleiben. Aber die hat Mavis Staples auch nicht wirklich nötig. So bleibt es bei einer durchwegs gelungenen Soul-Pop-Vorstellung, die für meinen Geschmack nicht ganz an das Vorgängeralbum heranreicht. Das wird wohl an der Thematik liegen, mir fehlt der persönliche Bezug zum Gospel und die Begeisterung für Christ/Halleluja/Saviour/Heaven-Texte letztlich.


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