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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:33

Tamaryn: The Waves

05.10.2010

Oberflächenspannung

Das Debütalbum The Waves des Duos Tamaryn schlägt nicht unbedingt Wellen, dafür erzeugt es eine Spannung auf der Wasseroberfläche, die auf einen tiefen Meeresgrund schließen lässt. Von DANIEL WÜLLNER

 

Das Cover der Scheibe ziert eine karge Steinlandschaft in der eine Frau in Schwarz steht. Einsam wie die Frau auf dem Cover, hängt das gesamte Album The Waves an der Stimme von Sängerin Tamaryn.

 

Postgothische Naturmetaphorik

Die Sängerin hat ihre dunkle Gothic-Phase fast hinter sich gelassen und wird nun von ihrem Co-Musiker und Produzent Rex John Shelverton begleitet. Auf seinen sphärischen Klängen treibend, singt sie von Gesteinsformationen, vom Sonnenaufgang und von Winterchören. Anstatt die normale Route des Pop zu benutzen und sich auf dem Wühltisch bei den billigen Gefühlen zu bedienen, wählen Tamaryn den Umweg über metaphorisch verträumte Naturbilder, um emotionale Stimmungen zu umschreiben.

 

Tief am Meeresgrund sind diese Gefühle verborgen, die Tamaryn langsam an die Meeresoberfläche bringen. Was in "Winter Choirs" zum Vorschein kommt, hört sich schwermütig und trauerbefleckt an. Selbst der Sonnenaufgang in "Dawning" klingt nicht wirklich hoffnungsvoll an. In "Haze Interior" bremsen Tamaryn diese Beschreibung der Natur langsam ab. Dabei kommt die Stimme der Sängerin selbst fast zum Stillstand. The Waves beschwört die Melancholie der Achtziger wieder herauf und findet gleichzeitig einen Weg, diese Grundstimmung mit ganz eigenen Bildern auszumalen.


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