Frankie Chavez: Family Tree von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 11:33

Anbb: Mimikry

30.09.2010

Bargeld ist immer gut

Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten) und der Komponist Elektronischer Musik Carsten Nicolai aka Alva Noto veröffentlichen nach der EP Ret Marut Handshake ihr erstes komplettes Album. Von TOM ASAM

 

Da die beiden nicht nur gegenseitig ihre Arbeiten schätzen, sondern auch befreundet sind, beschlossen sie bereits vor längerer Zeit ein gemeinsames Arbeiten, das Improvisation und Abstraktion verbinden sollte. Erstes Ergebnis der Zusammenarbeit war die erwähnte EP. Mimikry enthält neben einigen auf der EP zu findenden Stücke sechs neue Tracks. 

 

Nicolai, der auch Mitbegründer des Labels raster-noton ist, gilt als Erschaffer einer metal machine music of a most beautiful kind. Seine minimalistischen elektronischen Soundfragmente treffen auf Wörter und Phrasen und entwickeln eine suggestive Sogwirkung, die einen aus der realen Umgebung herauszieht. So scheint es ganz passend, wenn man bei der Internetrecherche unter anbb auf das „Anästhesie-Netz Berlin-Brandenburg“ stößt. Wobei das ganze natürlich nicht einschläfernd ist. Teilweise greifen die beiden auf bekanntes Liedgut zurück, das selbstverständlich in ein neues Klangbild umgearbeitet wird. Ihre Version des amerikanischen Folk-Songs I wish I was a mole in the ground bezeichnet The Wire als the most suggestive und nuanced version since Bob Dylan. 

 

Neben Blixa Bargelds Stimme kann man auf Mimikry auch die Stimme des ehemaligen Models Veruschka hören. Diese gelangte u.a. durch eine Nebenrolle als „herself“ in Antonionis Klassiker Blow-Up zu Berühmtheit.

Die Arbeit dieser beiden verbindet Hochkultur mit Subkultur, gängiges Liedgut mit ungewohnten Hörerfahrungen und läuft niemals Gefahr, sich an durchschnittliche Veröffentlichungen anzupassen. Für was der Titel Mimikry hier stehen soll, kann man also nur mutmaßen, denn das Album sticht aus dem Meer der Veröffentlichungen heraus wie ein Papagei aus einer Rabenkolonie – oder umgekehrt, schließlich sind ja beide Musiker gerne in schwarz gekleidet.

 

Das Album kommt mit einem Poster und einem 16-seitigen Booklet mit Texten und Bildern von Blixa Bargeld.


Flattr this

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...