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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:34

Mark Ronson & The Business Intl: Record Collection

30.09.2010

Der junge Produzent als Pop-Künstler

Atemberaubend volle Akustik-Wundertüte und Pophits galore! Von TOM ASAM

 

Der Exil-Brite Mark Ronson gilt manchen als derzeit gefragtester Studio-Wizard. Er arbeitete für Christina Aguilera, Robbie Williams und Amy Winehouse und erhielt den Grammy als Produzent des Jahres. Diese Informationen mögen bei vielen Musikliebhabern wohl eher die Alarmsirenen schrillen lassen: Mainstream-Kack, durchkalkulierte Hochglanzmusik für Bürohengste und Hausfrauen?! Was soll man dann erst erwarten, wenn so jemand auch noch selber ein Album (genauer:sein drittes) rausbringt? Und das Ganze mit einem Cover versieht, das eine Auswahl fiktiver 80er-Jahre-Alben collagiert, die man – gäbe es sie – höchstens hinter den hippen, nachgekauften Postpunk-Perlen versteckt aufbewahren würde.

 

Maximum Pop

Aber, Achtung: Jeder, der auch nur eine kleine Ader für große Pop-Theatralik besitzt, sollte die Ohren öffnen. Vom ersten Song an hagelt es Hits, dass einem ganz schwurbelig wird. Ronson kombiniert Retro-Synths mit Rappern, verbindet bekannte Namen und große Melodien. Schon der Opener Bang Bang Bang geht in die Vollen. Vocals von Q-Tip (A Tribe called Quest) und Sängerin MNDR (auch als Keyboarderin der Yeah Yeah Yeahs unterwegs) bringen Würze in den ersten Kracher, der dementsprechend die UK-Top Ten enterte. Song zwei Lose it (in the end), von Jonathan Pierce (The Drums) mitgeschrieben, kombiniert die Stimme vom Wu-Tang-Clan-Star Ghostface Killer mit der von Mark himself und läuft bei einer Dauer von weit unter der 3-Minuten-Pophit-Marke inklusive diverser Zutaten von Big Beat bis Soulpop souverän ins Ziel.

 

Spätestens bei der nächsten Nummer, dem „Bike Song“, vom Sänger/Gitaristen-Duo der Zutons mitgeschrieben und vom View-Sänger Kyle Falconer gesungen, reibt man sich verwundert die -äh- Ohren! Das ist wirklich eine ganze Record-Collection! Auf Song vier liefert der gute alte Boy George eine überragende Gesangsperformance zu Hippeldiehoppel - Beats ab (kein Witz!). Man könnte Song für Song herunterbeten und weiteres Namedropping hinzufügen, aber es dürfte klar sein: Jeder, der (zwischendurch) mal eine POP-POP-POP-Dusche verträgt und „Indie-Authentizität“, „Street credibility“ und die Portion Dreck unter den Nägeln vergessen kann, muss hier zuschlagen!


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